Kabarettist Stephan Bauer trat im Buchcafé auf

Videoanalyse nach dem Akt

Trat im Bad Hersfelder Buchcafé auf: Kabarettist Stephan Bauer. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Man kennt den Kabarettisten Stephan Bauer aus TV-Formaten wie „Sieben Tage – Sieben Köpfe“, „Ottis Schlachthof“, „Quatsch Comedy-Club“ und „Mitternachtsspitzen“, aber als Solist tritt der Baden-Württemberger bereits seit 1992 mit eigenen Soloprogrammen erfolgreich auf und präsentiert sich dabei gerne als etwas melancholischer Genussmensch, dem die aktuelle Spaßgesellschaft sowie der Jugend- und Fitnesswahn der Deutschen viel Zündstoff für seine humoristischen Angriffe bieten.

In seinem aktuellen Programm „Warum heiraten – Leasing tut’s auch“ nimmt er auch sich selbst aufs Korn. Selbst auch ein Mann über 40, fragt er sich, warum so viele andere ältere Männer es offensichtlich als erstrebenswert erachten, mit einer deutlich jüngeren Frau zusammen zu leben. Er geht als Paradebeispiel vorne weg und erzählt im Bad Hersfelder Buchcafé von seiner fiktiven Ehe mit der höchst attraktiven und mit gerade erst 25 Jahren deutlich jüngeren Ehefrau Sina, welche bei näherer Betrachtung mit ihrem Ehegatten nur relativ wenig gemeinsam hat.

Wie sieht nun der Alltag in einer solchen Beziehung aus, wenn sie gerne HipHop hört, den ganzen Tag mit dem Smartphone online ist und gerne in Discotheken die Nacht zum Tag macht, während er Derrick und den Duracell-Hasen im Fernsehen vermisst, nur Musik von Bands hört, die Sina noch nicht einmal dem Namen nach kennt und auch sonst wenig gemeinsame Interessen mit seiner jungen Gattin hat?

Das verbindende Element scheint dabei nur der gute Sex zu sein. Aber auch hier gibt es verschiedene Blickwinkel. Ihm reichen Kuscheln danach und die weniger akrobatischen Stellungen, während Sina deutlich experimentierfreudiger ist und außerdem mit ihren gerade erst 25 Lebensjahren schon deutlich mehr Erfahrung mit einer Vielzahl von Sexualpartnern gemacht hat und keinerlei Scheu vor extremen Sexualpraktiken zu haben scheint.

Höchst amüsant erzählt er von der Videoanalyse danach mit selbstgedrehten Digicam-Videos aus dem ehelichen Schlafzimmer und von den teils erfolglosen Erfahrungen „eines sehr engen Freundes“ mit abenteuerlichen Potenzwundermitteln.

Mops oder Kinder

Und dann ist ja da noch das Thema Fortpflanzung. Er liebt Kinder, hasst aber Geburtsvorbereitungskurse und sie mag lieber ihren Mops. Je mehr Stephan Bauer ins Detail geht, umso weniger Gemeinsamkeit bleibt in dieser Beziehung. Und so ist es kein Wunder, dass es kommt wie es kommen muss. Sina geht fremd und die fiktive Ehe scheitert.

Das Bad Hersfelder Publikum amüsierte sich köstlich über Stephan Bauers Beziehungs-Geschichten und lange anhaltender, tosender Applaus honorierte den gelungenen Auftritt dieses exzellenten Kabarettisten. (rö)

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