Bad Hersfelder Amtsgericht einer der Vorreiter bei neuer Konferenztechnik

Video hilft der Justiz

Bad Hersfeld. Moderne Videotechnik unterstützt ab sofort auch die Arbeit am Amtsgericht Bad Hersfeld. Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) stellte gestern die 10 000 Euro teure Anlage vor, die Konferenzschaltungen zu entsprechend ausgerüsteten Gerichten im In- und Ausland ermöglicht.

Liveschaltungen zwischen den Gerichten können in bestimmten Fällen die Abläufe erleichtern sowie Zeit und Geld sparen.

Insbesondere die Familiengerichtsbarkeit wird nach Einschätzung von Richtern und Anwälten von dieser Möglichkeit profitieren. Wenn Verfahrensbeteiligte an verschiedenen Orten leben, wenn Zeugen vernommen werden müssen, denen eine weite Anreise erspart werden soll oder wenn besonders spezialisierte Dolmetscher benötigt werden – Einsatzmöglichkeiten für Kamera und Bildschirm gibt es zur Genüge. „Der Erfolg steht und fällt mit der Bereitschaft der Kollegen, die technischen Möglichkeiten zu nutzen,“ sagte Amtsgerichtsdirektor Hermann Eimer und verwies auf eine positive Resonanz im Hause. Bereits im April wurde hier die erste Konferenz mit dem Landgericht Essen geschaltet, auch unmittelbar vor der gestrigen Präsentation wurde eine Familiensache mit einem Gericht in Berlin verhandelt.

Der Standort Bad Hersfeld ist zudem einer der Vorreiter für die neue Technik, denn neben den Landgerichten und den Justizvollzugsanstalten ist mit Friedberg verfügt bislang erst ein anderes Amtsgericht über eine solche Videoanlage.

Beifall kommt auch von der örtlichen Anwaltschaft. Tilo Scheurmann, Vorsitzender des Anwaltvereins, sagte, dank der neuen Technik könne man auf dem Daten-Highway surfen anstatt auf richtigen Autobahn im Stau zu stehen. Zur Feier des Tages wurde das Landgericht in Fulda angewählt, wo dessen Präsident Dr. Wilhelm Wolf, Vizepräsidentin Michaela Kilian-Bock und Dr. Christoph Kind für die Fuldaer Anwälte als Gesprächspartner zur Vergügung standen. ZUM TAGE/LOKALS. 5

Von Karl Schönholtz

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