Kreistag beschließt Resolution zur Veräußerung Nassauische Heimstätte/Wohnstadt

Verzicht auf Verkauf gefordert

Hersfeld-Rotenburg. Der Kreistag Hersfeld-Rotenburg fordert die hessische Landesregierung auf, die Pläne zum Verkauf der Nassauischen Heimstätte/Wohnstadt endgültig zurückzunehmen. In dem in Wiesbaden geplanten Verkaufserlös von annähernd 350 Millionen Euro sieht der Kreistag eine Belastung, die der Käufer dieser Anteile an die Mieter weiterreichen werde.

Mit großer Mehrheit wurde der Resolutions-Antrag der SPD-Fraktion in der jüngsten Sitzung angenommen. Nur die FDP-Fraktion stimmte dagegen, aus den Reihen der CDU gab es Enthaltungen.

Manfred Knoch hatte für die SPD-Fraktion darauf hingewiesen, dass bei vielen Mietern der rund 1700 Wohnungen des Unternehmens im Kreisgebiet weiterhin Unsicherheit und Angst herrschten. Mieterhöhungen und die Umwandlung in Eigentumswohnungen würden befürchtet. Zudem sei „günstiger Wohnraum eine ganz entscheidende soziale Frage“, sagte Knoch.

Für die CDU-Fraktion machte Thorsten Bloß deutlich, dass sich die Frage eines Verkaufs nach den jüngsten Nachrichten aus Wiesbaden wohl erledigt habe. Grünen-Fraktionschef Jörg Althoff erinnerte daran, dass über 40 Prozent der Wohnstadt-Mieter Rentner und deshalb auf kostengünstige Mieten angewiesen seien. Weil der hessische Wohnungsmarkt in Schieflage geraten sei, würden dringend bezahlbare Wohnungen gebraucht.

Gerade im Kreis Hersfeld-Rotenburg seien kostengünstige Wohnungen für viele Geringverdiener aus der Logistik-Branche wichtig. (ach)

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