Unsicherheit über Arten des Ausweises und neue Pflichten

Verwirrung um neue Regeln für Energiepass

Hersfeld-Rotenburg. Seit Mai gelten neue Regeln für den Engergieausweis. Ihn müssen Immobilien-Eigentümer vorlegen, wenn sie Häuser vermieten oder verkaufen. Bislang sorgen die Verpflichtungen aber größtenteils für Verwirrungen, sagt der Bad Hersfelder Klimaschutzbeauftragte Guido Spohr.

Mieter fragen, ob sie den Ausweis einfordern können, Vermieter wollen wissen, welchen Ausweis sie brauchen. Seit April hätten diese Beratungen deutlich zugenommen. Musste der Ausweis bei einer Besichtigung bisher auf Nachfrage vorgelegt werden, so muss das neuerdings unaufgefordert passieren. Auch wer Immobilien in Zeitung oder Internet inseriert, muss deren Zustand veröffentlichen. Wer der Pflicht nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das kann ein Bußgeld von bis zu 15 000 Euro nach sich ziehen, warnt Spohr.

Weiteres Novum: Die Einordnung der Immobilie in Energieeffizienzklassen, wie es bei Kühlschränken der Fall ist, wurde verschärft. Werte, die vorher im mittleren Bereich lagen, werden nun als schlecht eingestuft. Wer eine Wohnung kaufen oder mieten will, könne so leichter sehen, welchen Energiewert ein Gebäude hat, sagt Spohr.

Als Teil der Energiewende sieht er die neuen Regeln aber nicht. Die Pflicht zum Energiepass sei ein Papiertiger, weil kein Zwang bestehe, Häuser mit schlechten Energiewerten zu sanieren. „Als Eigentümer würde ich mir einfach einen Energieausweis besorgen und das Haus verkaufen“, sagt er. Das habe mit der Energiewende aber nichts zu tun.

Alexander Prinz von der Landesinnung der Schornsteinfeger in Bebra findet die neuen Regelungen hingegen gut. Die Energiewende werde vorangetrieben, weil ein Bewusstsein für Energieverbrauch entstünde. Das sei der beste Schritt, den man tun könne, da man „die Menschen nicht zwingen kann, ihre Häuser zu sanieren“. Zum Tage,

Hintergrund, Seite 2

Von Jürgen von Polier

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