Sonja Strache begleitet Jugendliche, die Probleme während ihrer Ausbildung haben

Vertrauen ist wichtig

Begleitung: Sonja Strache hilft Auszubildenden, die überlegen, abzubrechen. Foto: Sasse

Hersfeld-Rotenburg. Begeistert spricht die Sozialpädagogin Sonja Strache von ihrer Arbeit. Sie ist Ausbildungsbegleiterin in Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Manchmal beugt sie sich vor, dann erzählt sie etwas, das ihr besonders wichtig erscheint. Dabei flüstert sie fast. Ziel ihrer Tätigkeit ist es Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Eigentlich sollte das Projekt Qualifizierte berufspädagogische Ausbildungsbegleitung in Berufsschule und Betrieb (Quabb) in diesem Jahr enden, nun wurde es bis Ende 2014 verlängert.

Wer die Beratung von Sonja Strache sucht, bleibt anonym. Wie lange die Betreuung dauert, liegt an dem Auszubildenden. „Manchen werde auch die ganze Ausbildung begleitet“, sagt die 45-Jährige. Der häufigste Grund, warum Jugendliche ihre Ausbildung abbrechen möchten, seien Probleme im Betrieb. Das können Probleme mit Kollegen sein oder das Gefühl in der Ausbildung nicht alles zu lernen. Zunächst würden die Jugendlichen meist mit einer einfachen Frage zu ihr kommen, später stellt sich dann oft heraus, dass es tieferliegende Probleme gibt.

„Jugendliche brauchen in der Ausbildung Orientierung und feste Regeln“, meint die Bad Hersfelderin. Die Ausbildung sei eine schwierige Phase, da der Berufseinstieg für die Jugendlichen eine neue Situation ist. Gleichzeitig werden sie erwachsen. Probleme gibt es zum Beispiel, wenn den Jugendlichen nicht gesagt wurde, dass sie ihr Handy nicht benutzen dürfen und sie dafür abgemahnt werden.

Gerade kleine und mittelständische Betriebe stehen bei der Ausbildung vor neuen Herausforderungen, sagt Strache. Nicht nur die reine Ausbildung sei wichtig, sondern auch ein gutes Vertrauenverhältnis zwischen dem Jugendlichen und dem Ausbilder. Es gibt auch Jugendliche, die sich für den falschen Beruf entschieden haben. Sie haben mit dem Bewerben gewartet, bis die Schule vorbei war, dann mussten sie schnell etwas finden und nahmen was sie kriegen konnten.

Den Satz „Das mache ich nicht den Rest meines Lebens“ hört Strache besonders oft. Da kann sie beruhigen: „Das ist heute nicht mehr so.“ Wichtig sei nur, einen Anfang zu machen. Zu den Jugendlichen, die sie betreut hat, hält sie Kontakt. „Es ist schön zu sehen und zu hören, wie es weiter geht“, meint sie. Einige der Jugendlichen seien fast zu Freunden geworden. Hätten sie einmal Vertrauen gefasst, kommen sie auch mit anderen Fragen zu ihr. Auch Betriebe können Strache bei Problemen ansprechen.

Kontakt: Sonja Strache, 06621/944135

Von Lara Sasse

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