Pröpstin Sabine Kropf-Brandau wurde in der Stadtkirche feierlich in ihr Amt eingeführt

Ja, im Vertrauen auf Gott

Seite an Seite mit dem Bischof: Sabine Kropf-Brandau (Mitte) ist seit Sonntag offiziell Pröpstin und Stellvertreterin des Bischofs. Links Bischof Martin Hein, rechts: Dekan Ulrich Brill. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Über 700mal verteilte Sabine Kropf-Brandau einen herzlichen Händedruck, denn sie verabschiedete sich von jedem, der am Sonntagnachmittag die Stadtkirche verließ, persönlich. So viele Besucher waren nämlich zum Gottesdienst gekommen, um bei der Einführung von Kropf-Brandau in ihr neues Amt als Pröpstin des Sprengels Hersfeld dabei zu sein.

Diejenigen, die die 46-Jährige noch nicht kannten, waren von ihrer Freundlichkeit und ihrer Offenheit überrascht. Vier Saxophonspieler der Kreismusikschule spielten die „Morgenstimmung“ von Grieg, als die gebürtige Sorgaerin neben Bischof Martin Hein aus Kassel durch die Bankreihen zum Altar nach vorne ging. Damit demonstrierte Kropf-Brandau ihren zukünftig eingeschlagenen Weg. Denn mit ihrer Einsetzung als Pröpstin wurde sie die Stellvertreterin des Bischofs in der Region, der sie sich für dieses Amt gewünscht hatte.

Den Segen erteilt

Als der Bischof im Beisein von Dekan Ulrich Brill und der Vertreterin der Landessynode, Angela Merz-Gintschel aus Guxhagen, ihr den Segen erteilte, beantwortete sie die Frage, ob sie das Amt annehme, mit einem überzeugten: „Ja, im Vertrauen auf Gott und die Hilfe der Gemeinde.“

Bei den letzten Worten drehte sie sich um und schaute der Gemeinde ins Angesicht, um dem Nachdruck zu verleihen, was ihr besonders wichtig ist. „Zuhören, beraten und in der Gemeinde etwas bewegen werden ihre Aufgaben sein. Wir sind überzeugt, dass Sie dies mit den Fähigkeiten, die Gott Ihnen gegeben hat, können“, sagte der Bischof.

Seelsorgerin für 200 Pfarrer

Sabine Kropf-Brandau ist Kraft ihres Amtes Seelsorgerin für 200 Pfarrer und Pfarrerinnen im Sprengel Hersfeld und besetzt zudem die zweite Pfarrstelle an der Stadtkirche.

Ihre Predigt über die Bibelstelle Lukas 10, 38-42, gestaltete die neue Pröpstin sehr persönlich und humorvoll. Sie erzählte von den Schwestern Maria, die für Beten und Hören steht, und von Marta, die das Arbeiten und Handeln symbolisiert. „Früher wollte ich nur Maria sein, so wie sie sich vom gängigen Frauenbild, nur für den Haushalt da zu sein, abgrenzt und sich Zeit für die Worte Jesu nimmt.“ Doch mittlerweile habe sie erkannt, dass das Eine nicht ohne das Andere geht, stellte Kropf-Brandau fest. Heute sei allerdings ihr Maria-Tag, sagte sie. Angesichts des fleißigen Händeschüttelns war wohl auch etwas Arbeit von der Marta dabei.

Für die festliche, musikalische Gestaltung des Programms waren neben dem Saxophonensemble die Hersfelder Kantorei unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Martin Bartsch und Maria Gerhardt für die Orgelchorbegleitung verantwortlich.

Von Vera Hettenhausen

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