Das Team von „Community Work“ hilft älteren Menschen, den Alltag zu bewältigen

Vertrauen ist die Basis

Tatkräftige Unterstützung vor Ort: (von links) Ilona Stahl, Thomas Daube und Annika Sauer wollen Senioren helfen, den Alltag zu meistern. Foto: Dräger

Bad hersfeld. Die ältere Dame aus Bad Hersfeld war ratlos: Sie saß beim Augenarzt, verstand aber seine Diagnose nicht. Hilfesuchend wandte sie sich schließlich an Annika Sauer.

Dies ist nur einer der täglichen Fälle von Thomas Daube, Annika Sauer und Ilona Stahl von „Community Work“, einem Projekt der Stiftung Hospital. Die Drei kümmern sich gemeinsam mit 30 ehrenamtlichen Mitarbeiten, die regelmäßig geschult werden, kostenlos um Senioren ohne Familie. Oder um ältere Menschen, die sich eine derartige Unterstützung nicht leisten können.

„Ich bin dann einfach mit zum Arzt gegangen und habe ihr alles erklärt“, erinnert sich Annika Sauer an den Fall der älteren Dame.

Chemie muss stimmen

Seit 2005 gibt es das Projekt „Gemeinsam gegen Armut und Einsamkeit“, das sich aus Spenden finanziert und Senioren hilft, den Alltag zu bewältigen. Dabei bauen die Mitarbeiter vor allem auf eine vertraute Beziehungsbasis zu den Menschen.

„Vertrauen ist das Wichtigste“, sagt Sauer. Deshalb schauen die drei auch, ob die Chemie zwischen dem Ehrenamtlichen und dem betreuten Senior stimmt. Dafür werden bei der Bewerbung schon Fragen nach den Interessen und Hobbies gestellt. Wenn es eine Gemeinsamkeit gibt, werden die beiden einander vorgestellt.

Mit einem blauen Auto, das sich das Team 2007 angeschafft hat, können die Helfer auch zu den Hilfe-Bedürftigen fahren. So ist Unterstützung auch für Menschen möglich, die nicht mobil sind. „Wir sind aber kein Pflegedienst. Denen wollen wir keine Konkurrenz machen“, stellt Thomas Daube klar.

Dem Team geht es um das Persönliche. „Manchmal brauchen Menschen einfach jemanden zum Reden und der Zeit mit ihnen verbringt“, erklärt Daube.

Hemmschwelle noch da

Aber auch beim Ausfüllen von Anträgen und Besuchen bei Behörden oder eben Ärzten, ist das Team zu Stelle.

„Bei uns rufen viele Senioren an, wenn sie jemanden zum Reden brauchen, aber die Hemmschwelle, Hilfe wirklich anzunehmen, ist leider immer noch sehr groß“, beschreibt Annika Daube. Dabei müsse das gar nicht so sein, denn viele der Senioren, die anfangs skeptisch und ängstlich waren, seien am Ende dankbar für die Unterstützung.

Auch an Demenz Erkrankten kann geholfen werden, seitdem Ilona Stahl das Team bereichert. Die ausgebildete Krankenschwester ist seit 2007 ein Teil des Projekts und die Einzige von „Community Work“, die sich um Demenzkranke kümmert.

„Man muss einfach etwas geduldig sein“, erzählt Ilona Stahl lächelnd. Und Geduld, die hat das Team.

Dennoch würden sich die Mitarbeiter wünschen, dass viele Senioren die Möglichkeit eher beim Schopf packen, denn schämen müssen sie sich nun wirklich nicht.

Kontakt und weitere Infos: Annika Sauer: 06621/201353, Thomas Daube: 06621/ 201355

Von Magdalena Dräger

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