Gesamtschule Geistal und Schule in Sumperk besiegeln jährliche Treffen

Vertrag regelt Austausch

Stadtführung und Filmmuseum: Die tschechischen Austauschgäste besuchten auch die Mainmetropole Frankfurt. Vergangenen Samstag traten sie ihre elfstündige Rückfahrt nach Sumperk an. Foto: nh

Bad Hersfeld. In ein fremdes Land reisen, andere Kulturen kennenlernen und neue Freundschaften schließen. Das ist ein Traum vieler Jugendlicher in Zeiten der voranschreitenden Globalisierung. Doch nicht immer verfügen Eltern und Kinder über finanzielle und strukturelle Möglichkeiten, eine Sprach- oder Urlaubsreise in Eigeninitiative zu organisieren. Die Gesamtschule Geistal bietet eine Lösung dieses Problems – durch ein gemeinsames Austauschprogramm mit Sumperk, Bad Hersfelds tschechischer Partnerstadt.

Positive Erfahrungen

„Wir sind sehr froh, dass wir die Möglichkeit haben, mit Jugendlichen aus anderen Ländern in Kontakt zu treten.“ Die 16-jährige Dominika Smickova sitzt gemeinsam mit ihren tschechischen Schulkameraden und den deutschen Austauschpartnern in der geräumigen Bibliothek der Gesamtschule Geistal. Aufgeregt kichern, lachen und flüstern die anderen sich gegenseitig zu, während sie von den Vorteilen des Schüleraustauschs berichtet. „Er fördert nicht nur die Sprachkenntnisse, sondern auch Freundschaften. Zudem lernt man andere Länder und Sitten kennen.“

Am Anfang hatten die Gäste aus der osttschechischen Stadt etwas Angst, berichtet Veronika Svancarova (16), aber „sobald wir in den hilfsbereiten Gastfamilien waren, haben wir uns gut gefühlt“.

Der Grundstein für den Schüleraustausch wurde bereits im Jahr 2010 gelegt. Damals lud die Stadt Bad Hersfeld tschechische Schüler zu einem ersten Besuch ein. Im darauf folgenden Jahr organisierten die beiden Schulen unabhängig gegenseitige Besuche und unterzeichneten während des Lullusfestes in Anwesenheit beider Schulleiter und Bürgermeister einen Partnerschaftsvertrag, der einen jährlichen Austausch garantiert.

Untergebracht wurden die 14 bis 17 Jahre alten Teilnehmer zu Beginn in Jugendherbergen, doch bald darauf erkannten die Verantwortlichen die Vorteile von Gastfamilien. „So können sie das alltägliche Leben besser kennenlernen“, erklärt Austauschkoordinatorin Birgit Schmitt. „Die Tschechen lernen so etwas Deutsch, unsere Schüler verbessern ihr Englisch. So können sie in der Schule erlernte Kenntnisse im Alltag gebrauchen. Auch deshalb ist ein Austauschpartner ein hohes Gut für jede Schule.“

Neben einem Abstecher ins Bürgermeisteramt zählten während der vergangenen Woche Ausflüge nach Fulda und Frankfurt zum Programm der Gäste. Außerdem fuhren sie auf der Wasserkuppe mit der Sommerrodelbahn und verbrachten lustige Abende in den Gastfamilien oder bei gemeinsamen Treffen in der Innenstadt.

Gegenbesuch im Herbst

Die deutschen Schüler freuen sich bereits auf ihren Gegenbesuch im kommenden November. „Wir haben sogar schon ein bisschen Tschechisch gelernt“, berichtet Lars Braun (15). „Und neue Freunde gewonnen.“

Von Nicole Wagner

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