Kritik am „notorischen Nein-Sager“ Hans Ries

CDU verteidigt den Eon-Rückkauf

Hersfeld-Rotenburg. Als einen „notorischen Nein-Sager aus dem Werratal“ hat die CDU-Fraktion im Kreistag den Heringer Bürgermeister Hans Ries kritisiert. Hintergrund ist dessen Kritik am Rückkauf der Anteile am Stromversorger Eon. Die CDU-Fraktion meint, „Seine Aussagen zum kommunalen Eon-Rückkauf belegen aber erneut seine mangelnde Fachkenntnis“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ohnehin würde Ries reflexartig nahezu alle Entscheidungen des Kreistags kritisieren, insbesondere wenn diese auch die Zustimmung von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt fänden. Wenn Bürgermeister Ries jetzt den Verkaufserlös der damaligen EAM aus 2002 (rund 47 Millionen Euro) mit dem Kaufpreis von heute (rund 60 Millionen Euro) vergleicht, sei ihn dabei offenbar entgangen, dass es sich um Anteile unterschiedlicher Größe handelt.

Nicht vergleichbar

Bereinigt um die Tochter Eon-Vertrieb, die nicht miterworben wird, entfalle der jetzige Kaufpreis auf fast den dreifachen Gesellschaftsanteil. „Auf den Preis pro Aktie heruntergerechnet, fällt der Erwerb somit erheblich günstiger aus“, erklärt CDU-Haushaltsexperte Thomas Gerlach.

Er lobt zugleich den Versuch der zwölf Landkreise und der Stadt Göttingen, den Bürgern ein flächendeckendes und sicheres Stromnetz garantieren zu wollen, satt den Einstieg eines anonymen Finanzinvestors zu riskieren, dem die Rendite wichtiger ist, als die Energieversorgung auch dünn besiedelter Räume.

Teil der Daseinsfürsorge

Ohnehin gehöre die Stromversorgung zu den wichtigen Punkten der Daseinsvorsorge, um die sich die öffentliche Hand kümmern sollte. Der Kauf halte zudem die künftige Wertschöpfung des Unternehmens in der Region und biete Möglichkeiten zur Mitgestaltung der Energiewende.

„Kein Kreistagsabgeordneter hat sich angesichts des finanziellen Umfangs der Transaktion die Entscheidung leicht gemacht, in einer verantwortungsbewussten Abwägung der Chancen und Risiken haben aber die positiven Aspekte überwogen“, erklärt Gerlach für die CDU im Kreistag. „Dies unterscheidet uns von Herrn Ries, der lieber schnell, hart im Wortlaut und oft falsch in der Sache kritisiert.“ (red/kai)

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