Revisionsantrag im Mordprozess von Meckbach

Verteidiger sieht Fehler im Urteil

Bad Hersfeld/Fulda. Erhebliche Fehler im Urteil zum „Mordprozess von Meckbach“ sieht der Verteidiger der 40-jährigen Sonja H., der Bad Hersfelder Strafverteidiger Jochen Kreissl. Daher wird das Landgericht Fulda die Akte nebst Revisionsbegründung nun dem Bundesgerichtshof vorlegen müssen.

Dem Landgericht ist es nach Kreissls Auffassung nicht gelungen, genaue Feststellungen zur Todesursache zu treffen (Ersticken mit Kissen oder Erwürgen von Hand). Auch der Umstand, dass sich Sonja H. gemeinsam mit ihrer Tochter lange vor dem Verurteilten Rene P. vom Tatort entfernte, hat es nicht genau gewürdigt. Dazu Kreissl: „Als meine Mandantin das Schlafzimmer verließ, hat der Ehemann noch gelebt.“

Auch die Strafzumessung ist nach Auffassung des Verteidigers nicht in Ordnung, da der Angeklagten strafschärfend zur Last gelegt wurde, schon über längere Zeit daran gedacht zu haben, den Ehemann zu töten. Dazu Kreissl: „Wenn jetzt schon Mordfantasien bestraft werden, wird es wirklich bedenklich!“ (red/ks)

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