Unternehmen führen schwarze Liste über unliebsame Kunden

Versicherungen: Wer rausfliegt, steht im Regen

Hersfeld-Rotenburg. Wer Ärger mit seiner Versicherung hatte, der läuft Gefahr, auch von anderen Firmen keinen Schutz mehr zu bekommen. Für Betroffene ist oft nicht erkennbar, warum ein Versicherer nach dem anderen abwinkt. So sind etliche Hauseigentümer erheblichen Risiken ausgeliefert, weil sie nach einer Kündigung im Streit partout keine neue Gebäudeversicherung gegen Brand- und Sturmschäden erhalten.

„Solche Fälle haben wir häufiger“, bestätigt Eva Raabe von der Verbraucherzentrale Hessen. Der Grund sei in der Regel ein Eintrag in einer zentralen Warndatei der Versicherer: In diesem „Hinweis- und Informationssystem“ (HIS) sammelt die Branche seit 1993 Daten über Kunden, die sie für negativ auffällig hält – etwa wegen häufiger oder fragwürdiger Schadensmeldungen, Beitragsrückständen, aber auch wegen gesundheitlicher Risiken.

Wenn eine Versicherung nach Reibereien mit Kunden von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch macht, wird auch dies in der HIS-Datei aktenkundig – „und dann hat man schnell ein Riesenproblem“, warnt Verbraucherschützerin Raabe: „Deshalb raten wir immer, solche Kündigungen unbedingt zu vermeiden.“

Betroffene sollten nach ihren Worten umgehend Kontakt mit dem Versicherer aufnehmen und versuchen, die Kündigung rückgängig zu machen. „Man kann zum Beispiel vorschlagen, bestimmte Risiken auszuschließen oder einen Selbstbehalt zu vereinbaren“, sagt Eva Raabe. Auf jeden Fall fahre man besser, wenn man ein schwieriges Vertragsverhältnis einstweilen fortsetze: „Dadurch kann man sich ohne Druck nach einem anderen Versicherer umsehen.“

Wer dennoch auf die schwarze Liste geraten ist, der kann seit April 2009 beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft Auskunft verlangen, ob eine solche Eintragung besteht. Datenschützer hatten auf diese Möglichkeit gedrungen. Zum Tage, HINTERGRUND

Von Axel Schwarz

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