Verschenkte Chance, Tunnel-Test und ein Umzug

Karl Schönholtz

Die Ausstellung der Bilder zum Kinofilm „Ich und Kaminski“ – samt und sonders erschaffen vom Ex-Hersfelder Manfred Gruber – im Kapitelsaal des Museums im Stift hat ihr Publikum gefunden. Sie hätte jedoch noch mehr Besucher verdient gehabt, und das wäre sicherlich auch der Fall gewesen, hätte sie zur Festspielzeit stattgefunden. Schließlich war Gruber einige Jahre in der Stiftsruine als Bühnenbildner tätig. Nun ist es aber momentan so, dass der Kapitelsaal ab übernächster Woche durch die Abendkasse der Festspiele blockiert ist.

Schlimmer noch: Auch im Nachbarraum müssen die beweglichen Teile der Festspiel-Ausstellung weichen, weil dort die Einführungsvorträge zu den Aufführungen stattfinden. Der Ausstellungsraum im Dachgeschoss steht in dieser Zeit ohnehin nicht zur Verfügung, er dient als Umkleide.

Kurz: Die Möglichkeit, den Theaterbesuchern von Nah und Fern vor Vorstellungsbeginn noch etwas Besonderes zu bieten, wird derzeit voll verschenkt. Auch das macht deutlich, wie dringend das am Standort des alten Zollhauses angedachte Funktionsgebäude für die Festspiele benötigt wird.

Als in der vergangenen Woche in der Schweiz der neue Gotthard-Eisenbahntunnel eröffnet wurde, war auch Bad Hersfeld mit im Spiel: Die Ventilatoren, die in der mehr als 50 Kilometer langen Röhre für den erforderlichen Lufaustausch sorgen, wurden in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von TLT am Schilde-Park getestet. Wir haben damals über die aufwendige Versuchsreihe berichtet, die auch den hohen Luftdruck simulierte, den die Züge beim Durchfahren des Tunnels erzeugen.

Die Sport-Abteilung des Modecentrums Sauer ist seit ihrem Umzug in dieser Woche in die Badestube (fast) an traditioneller Stelle ansässig: im Eckhaus gegenüber war über Jahrzehnte Bad Hersfelds originärer Freizeitausrüster „Sport Riegel“ daheim. Dieser Name prangt noch immer auf einigen betagten Fußball-Trikots heimischer Mannschaften. Heute ist die Familie Riegel in der Stadt nur noch durch „Jeans Riegel“ ein paar Häuser weiter vertreten. Die Herrenkonfektion von Riegel gab es früher an der Ecke zur Klausstraße.

Auch die neue Sauer-Adresse weckt bei Vielen Erinnerungen, war hier doch einst die „kleine HA-WE-GE“ zu finden, zeitweilig auch „top-Markt“ benannt. Heute heißt die Firma tegut und betreibt ihre Stadt-Filiale an der City Galerie.

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