Verrückte Welt

Kai A.

In diesen Tagen und Wochen scheint unsere Welt völlig aus den Fugen zu geraten. Vor laufenden Fernsehkameras bricht Europa Stück für Stück auseinander. Die Politiker wirken ratlos, die nationalen Alleingänge nehmen zu, und die Leidtragenden sind die gestrandeten Flüchtlinge.

Angesichts dieser dramatischen Welt-Lage erscheinen die Themen unseres Kommunalwahlkampfs fast unbedeutend und klein. Was sind gemessen am Flüchtlingselend schon Windräder, Strom-trassen oder Kali-Leitungen? Doch auch darüber wird in diesen Tagen vor der Kommunalwahl leidenschaftlich diskutiert. Die politisch Aktiven erhöhen ihren E-Mailausstoß, und eine gewisse Nervosität ist deutlich spürbar. Vielleicht wird es ja nach der Wahl wenigstens im Kreis etwas ruhiger.

Das ist vor allem Heringen zu wünschen. Auch beim gut besuchten Wahlforum unserer Zeitung wurde wieder deutlich, wie tief die Gräben in der Werrastadt sind. Ich glaube aber, die Zuhörer konnten bei der Diskussion einen ganz guten Eindruck von den Qualitäten der vier Kandidaten für das Bürgermeisteramt bekommen. Ich wüsste jetzt jedenfalls, wen ich wählen würde. Aber Empfehlungen geben wir selbstverständlich nicht ab.

Ist es wohl auch nur Wahlkampfgetöse, oder droht unseren Festspielen schon wieder Ungemach? Außerplanmäßig wurde jedenfalls eine Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses für Donnerstag angesetzt. Hoffen wir, dass alle Beteiligten besonnen agieren. Denn unsere Welt ist derzeit schon verrückt genug.

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