Junge „saftig“-Scouts klären Jugendliche bei Lolls über Alkohol und die Folgen auf

Vernunft hat Vorfahrt

Auf Zick-Zack-Kurs im Autoskooter: Um zu wissen, wovon er redet, fuhr „saftig“-Scout Alexander Schultz mit einer Spezialbrille, die simuliert, wie Betrunkene ihre Umwelt erleben. Marleen Hahn wurde zur gebeutelten Beifahrerin. Fotos: Hempel

Bad Hersfeld. Wie kommst du heute nach Hause? Und Alkohol, warum eigentlich? Marleen, Alexander und Lisa fragen nicht aus Neugierde, sondern weil die Schüler zur Lollszeit als „saftig“-Scouts unterwegs sind. Die Idee: Jugendliche sprechen Jugendliche an, um sie „auf gleicher Augenhöhe“ über Alkohol und seine Folgen zu aufzuklären. Mit ihrem Einsatz unterstützen die Scouts das Projekt „saftig“ – die alkoholfreie Cocktailbar der Fachstelle für Suchtprävention der Diakonie Hersfeld-Rotenburg.

„Die Saftbar kommt gut an, aber wir erreichen noch nicht die Zielgruppe der 14- bis 18-Jährigen“, sagte Christina Heimeroth von der Suchtberatungsstelle. 19 Jugendliche hat die Diakonie unter Mithilfe des DRK und der Polizei ausgebildet. In zwei Teams sind sie nun – jeweils zu dritt – auf dem Lullusfest unterwegs, um Gleichaltrige anzusprechen.

„Wir machen das, weil es uns am Herzen liegt“, sagt die 19-jährige Marleen Hahn. „Wir wollen nicht den Zeigefinger heben, nur zeigen, dass Alkohol im Übermaß gefährlich ist.“ In ihren Umhängetaschen haben die Scouts neben Infomaterial auch Brillen, die einen Vollrausch simulieren. Die sind lustig und sollen helfen, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Und dann heißt es: Aufklären, nur eben keine Moralpredigten. (che)

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