Keine großen Erwartungen nach Schlecker-Pleite

Vermieter bleiben auf Kosten sitzen

Hersfeld-Rotenburg. Nach der Schlecker-Pleite bleiben viele Vermieter wohl auf ihren Kosten sitzen – auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Die Verluste sollen nach Hochrechnungen von Vermietern insgesamt über 16 Millionen Euro betragen. Dies berichtete jetzt unter anderem das Magazin Spiegel. Zum Einen wurden noch ausstehende Mieten nicht mehr bezahlt, zum Anderen müssen die Vermieter selbst für die Räumung der Filialen sorgen.

Mieten nicht mehr gezahlt

So geht es zum Beispiel den Vermietern der Filiale an der Bad Hersfelder Johannesstraße, die auf drei Monatsmieten und Nebenkosten sitzengeblieben seien. Außerdem müssen sie die Ladeneinrichtung komplett selbst abbauen und entsorgen. „Wir verschenken einiges, der Rest wird von einem Unternehmen abgeholt, das die Sachen weiterverkauft“, sagt die Vermieterin.

Trotz der Unannehmlichkeiten ist sie relativ gelassen. Mit einer späteren Zahlung rechnet sie jedoch nicht. Einen Anwalt einzuschalten hält sie für zwecklos. „Das bringt doch nichts und kostet nur Geld.“ Bei der Suche nach einem Nachmieter wollen sich die Vermieter Zeit lassen, denn es sollte jemand sein, der möglichst einige Jahre bleibt. „Sonst hat man doch nur Arbeit und Ärger.“

Etwas besser getroffen hat es Michael Fritsch aus Philippsthal, dem das Ladenlokal an der Rathausstraße in Philippsthal gehört. Der dortige Schlecker war schon bei der ersten Schließungswelle Ende März geschlossen worden. „Bis auf eine Miete habe ich alles bekommen“, berichtet Fritsch. „Als eine Spedition das Mobiliar abholen wollte, habe ich gesagt, das bleibt hier, und das war in Ordnung.“ Derzeit steht in dem Laden noch alles so, wie es zurückgelassen wurde. Fritsch ist auf der Suche nach einem Nachmieter. „Vielleicht kann der das gebrauchen.“ Er sei noch ganz gut weggekommen, aber natürlich sei die ganze Sache sehr ärgerlich.

Auch Renate Knierim, der das ehemalige Schlecker-Gebäude am Bahnhof in Lispenhausen gehört, bekommt seit dem 30. Juni keine Miete mehr. Die Mietzahlungen seien zunächst auf Eis gelegt worden, habe man ihr auf Anfrage gesagt. Auch werde die Filiale nicht leergeräumt, wurde ihr mitgeteilt. Renate Knierims Vertrag mit Schlecker dauert offiziell noch bis zum 30. September. Mit Geld rechnet sie nicht mehr, hofft aber auf einen Nachmieter.

Bleiben auf Mobiliar sitzen

Ähnlich geht es Emmi und Karl Triebstein in Obersuhl. Auch sie sind auf der Suche nach einem Nachmieter, von Schlecker fehlen bis zum Auslaufen des Vertrages Ende September drei Monatsmieten. Auf dem Mobiliar bleiben die Triebsteins wohl sitzen.

Falls Unkosten für das Ausräumen des Ladens entstehen, könnten sie die beim Insolvenzverwalter anmelden, habe man ihnen gesagt, erklärte Emmi Triebstein. „Aber Sie glauben doch nicht, dass da etwas für uns abfällt“. (nm/sis)

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