Die Stadt Bad Hersfeld versteigerte wieder Fundsachen in der City Galerie

Verloren und verkauft

Der jüngste Bieter: Philippe Ristemi aus Philippsthal, acht Jahre, zeigt seine Uhr, die er für fünf Euro ergattert hat. Diese möchte er auf seinen Schreibtisch stellen. Später erhielt er noch ein paar Spielzeugautos, die ein Mann für ihn ersteigert hatte. Fotos: Sandrock

Bad Hersfeld. „Fünf Euro!“, ruft der kleine Philippe Ristemi aus Philippsthal und schielt dabei auf eine Uhr. Der Achtjährige ist einer der jüngsten Bieter auf der Fundsachenversteigerung in der Bad Hersfelder City Galerie.

Fahrräder, ein Kinderwagen, Mützen, Handys, Kameras und vieles mehr werden angeboten. Etwa 50 Personen finden sich im Einkaufszentrum ein – in der Hoffnung, ein Schnäppchen zu ergattern. Ein paar von ihnen bleiben neugierig im Vorbeigehen stehen, andere entpuppen sich als echte Profis.

Anfängliches Zögern

Alle angebotenen Gegenstände wurden irgendwo im Stadtgebiet liegen oder stehen gelassen und dann im Fundbüro der Stadt Bad Hersfeld abgegeben. Da die Besitzer nicht zu ermitteln sind oder die Gegenstände nicht innerhalb eines Jahres abgeholt wurden, ist das Aufbewahrungsdatum abgelaufen. Die Fundsachen werden zur Auktion für jedermann freigegeben und von Nadine Möller, der Auktionatorin, angeboten. Bezahlt werden muss immer in bar.

Nach anfänglichem Zögern der Teilnehmer gehen die Beträge dann schnell in die Höhe. Vor allem viele Fahrräder stehen zur Auswahl. Am beliebtesten sind die Mountainbikes. Das billigste Fahrrad geht für 50 Cent und das teuerste für 56 Euro weg. Im Anschluss an die Fahrrädern wird auch ein gefülltes Schmuckkästchen angeboten, das für zehn Euro einen neuen Besitzer findet.

Kinderauto für 50 Cent

Auch ein Kinderwagen und ein großes rotes Kinderauto wechselten für nur 50 Cent den Eigentümer. Das bei der Auktion zusammengekommene Geld fließt in die Kasse der Stadt Bad Hersfeld. Am Ende hat sich auch der kleine Philippe gegen die restlichen Interessenten durchgesetzt und die kleine goldene Standuhr für fünf Euro ersteigert. „Die stell ich auf meinen Schreibtisch“, erzählt er stolz.

Von Franziska Sell und Sina Lena Sandrock

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