Premiere in der City Galerie: Nadine Möller versteigerte zum ersten Mal Fundsachen

Verloren und verkauft

Nadine Möller

Bad Hersfeld. Aller Anfang ist schwer, bevor es leicht wird. So ist es auch Nadine Möller ergangen. Es war ihr erster Auftritt als Auktionatorin bei der Fundsachenversteigerung im der Bad Hersfelder Einkaufszentrum City Galerie. Damit hat die Vollzugsbeamte ihren Kollegen Werner Schlacher abgelöst, der sich im Februar von den Bietern verabschiedet hatte. „Damals war ich schon mal mit dabei, um zu sehen, wie das funktioniert.“

War die Vollzugsbeamtin beim Anpreisen der Fundstücke anfangs noch etwas zaghaft, lief es auf halbem Weg schon wie geschmiert. „Ich bin so aufgeregt, weil ich das zum ersten Mal mache“, sagte Möller vor der Auktion. „Aber es gehört zu meinem Job. Hauptsache, ich verkaufe so viel wie möglich.“ So war’s dann auch. Mit einer souveränen und unerschütterlicher Geduld verkaufte Möller fast alle der insgesamt 80 Fundsachen: 16 Fahrräder, ein Dutzend Mobiltelefone, Schmuck, Armbanduhren, Sonnenbrillen, eine Polaroid-Kamera, Kleidung und einen Gehstock. Etwa 50 Schnäppchenjäger waren gekommen, um zu sehen, was zu gebrauchen ist.

Ralf Henning hat für seinen Neffen ein Trekkingrad erstanden. Für einen Euro. „Es hat zwar einen Platten, aber sonst ist noch alles dran.“ Julian Heußner ist froh über sein neues, altes Fahrrad. Torsten Fischer freut sich über ein Minimoped. Für fünf Euro hat er es erstanden. Das höchste Gebot brachte mit 80 Euro ein goldenes Armband ein.

650 Euro für die Stadt

„Alle Fundsachen sind irgendwo in und um Bad Hersfeld gefunden worden“, erklärt Möller, „zum Beispiel bei den Festspielen, im Park oder am Bahnhof“. Wer seine Sachen nicht innerhalb eines Jahres abholt, muss damit rechnen, dass sie versteigert werden. Rund 650 Euro sind zusammengekommen. Beim letzten Mal waren es 600. Das Geld geht an die Stadt Bad Hersfeld.

Nach zwei Stunden ist Nadine Möller erleichtert. Genau wie Mutter Edith Möller, die gekommen war, um beim ersten Auftritt ihrer Tochter als Auktionatorin dabei zu sein: „Ich habe den ganzen Tag an sie gedacht und mitgefiebert. Das hat sie toll gemacht.“

Von Claudia Hempel

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