66. Bad Hersfelder Festspiele

In der Ruine: Am Dienstagabend feiert das Familienstück „Krabat“ Premiere

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Bad Hersfeld. Eine Geschichte voller Geheimnisse und Magie, voll Gefahr und Schrecken aber auch Mut, Liebe und Freundschaft wird heute Abend in der zweiten Premiere der Bad Hersfelder Festspiele gezeigt: Krabat nach dem Jugendroman von Otfried Preußler.

Krabat ist ein Waisenjunge aus Kroatien, der gemeinsam mit zwei Freunden durch Sachsen zieht und versucht, sich durch Betteln durchzubringen. Ein wiederkehrender Traum veranlasst ihn dazu, sich beim Müller vom Koselbruch als Lehrling zu verdingen, obwohl der ihm nicht ganz geheuer erscheint.

Schon bald merkt Krabat, dass seine Vorahnungen berechtigt waren. Der Müller steht mit dunklen Mächten im Bunde und lehrt seine Burschen die Schwarze Magie. Damit lässt sich das Leben deutlich einfacher gestalten, stellt Krabat fest. Die Arbeit geht einem leicht von der Hand, man kann verschiedene Gestalten annehmen und sogar fliegen. Nicht zuletzt verleiht die Magie einem Macht über andere Geschöpfe.

Krabat: So sieht das Familienstück aus

Doch der Preis, der dafür zu zahlen ist, ist hoch. Jedes Jahr kommt in der Silvesternacht einer der Burschen auf mysteriöse Weise ums Leben. Kontakte zu Menschen außerhalb der Mühle sind nicht gestattet.

Krabat ist ein eifriger Schüler. Er könnte, wenn er wollte, den Meister beerben. Doch will er das wirklich? Oder ist ein normales Leben mit all seinen Mühen und Plagen aber auch der Chance auf Liebe und Nähe und Gemeinschaft dem Bund mit der Finsternis vorzuziehen?

„Mein ‘Krabat’ (...) ist die Geschichte eines jungen Menschen, der sich mit finsteren Mächten einlässt, von denen er fasziniert ist, bis er erkennt, worauf er sich da eingelassen hat,“ sagte Otfried Preußler. „Es ist zugleich meine Geschichte, die Geschichte meiner Generation, und es ist die Geschichte aller jungen Leute, die mit der Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken.“

Preußler holte sich die Anregung zu Krabat, wie auch für viele andere seiner Geschichten aus dem reichen Schatz volkstümlicher Sagen und Geschichtenerzähler seiner böhmischen Heimat, allen voran seine Großmutter Dora, die über einen unerschöpflichen Fundus verfügte. Häufig war Otfried Preußler als kleiner Junge mit seinem Vater unterwegs, der die Sagen des böhmischen Isergebirges zusammentrug. Unter den Vorfahren der Preußlers soll es überdies zwei Zauberer gegeben haben, kann man in seiner Biografie nachlesen.

Der 1971 erschienene Roman „Krabat“, der zu einem der wichtigsten Werke Preußlers wurde, greift einen Stoff aus dem Sagenkreis der Lausitzer Wenden auf. Zehn Jahre lang arbeitete der Autor an dem Roman, der mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde.

Für die Hersfelder Inszenierung hat Regisseur Joern Hinkel eine eigene Textfassung geschrieben. Und er hat wieder mit Hersfelder Jugendlichen und auch einigen jungen Flüchtlingen zusammengearbeitet.

Premiere am Dienstag um 20 Uhr. Weitere Termine am 29. 6., 2. 3., 7., 8., 11., 12. und 13. Juli.

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