Verifone: Bekenntnis zum Standort

Der Schilde-Park als grüne Lunge mitten in der Stadt: So wollten es die Bürger bei der Planung. Mittlerweile denkt die Stadtpolitik über ein weiteres Baufenster im östlichen Teil (nicht im Bild) nach. Dort will die Firma Verifone in ein neues Bürogebäude ziehen. Foto: Apel

Von Karl Schönholtz Bad Hersfeld. Ein klares Bekenntnis zum Standort Bad Hersfeld legte Ralf Seger, Senior Director Global Real Estate & Facilities der Firma Verifone, vor dem Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Stadtverordnetenversammlung ab und warb damit um Zustimmung zu den Neubauplänen des Unternehmens im Schilde-Park.

„Wir fühlen uns wohl hier und wollen auf jeden Fall bleiben“, sagte Seger, der die ins Aufge gefasste Fläche zwischen Stockwerkshallen und dem geplanten Therapiezentrum als „perfekten Platz“ bezeichnete. Verifone, weltweit aktiver Hersteller von elektronischen Zahlungssystemen, platzt mit seinen aktuell 130 Mitarbeitern am derzeitigen Standort im Zuse-Industriepark aus allen Nähten und will nach dem Umzug expandieren.

Der sowohl vom Bauausschuss wie vom HFA empfohlene Verkauf des 1800 Quadratmeter großen Grundstücks würde im östlichen Schilde-Park ein zweites Baufenster öffnen.

„Was ist, wenn...?“

In der Debatte machte Michael Bock (NBL) rechtliche Bedenken geltend, weil an dieser Stelle bislang kein Baurecht besteht. Bock forderte, erst das Bauleitverfahren zu betreiben, dann die Fläche auszuschreiben und schließlich nach Gebot und Konzept zu entscheiden. Die etwas hemdsärmelig anmutende Vorgehensweise der Stadt, dem Bauinteressenten über einen sogenannten Optionalvertrag unter dem Vorbehalt späteren Baurechts Einverständnis zu signalisieren, sah nicht nur Bock kritisch. „Was ist, wenn nächste Woche ein anderer das Grundstück haben will?“, fragte beispielsweise Bernd Wennemuth (SPD).

Ralf Seger machte einen gewissen Handlungsdruck geltend und verwies auf fehlende Alternativen im Stadtgebiet. Er machte jedoch auch deutlich, dass „wir keine Ambitionen haben, anderswo hinzugehen“. In der Bauauschussitzung war am Vortag noch der Vorwurf der Erpressung erhoben worden, weil das Unternehmen angeblich mit seinem Wegzug aus Bad Hersfeld gedroht habe. Davon war im HFA dann keine Rede mehr.

Nach Einschätzung von Bauamtsleiter Johannes van Horrick könnte nun bis September Baurecht geschaffen werden, so dass der Plan von Architekt Frank Dorbritz, den Neubau bis Ende 2017 zu errichten, aufgehen könnte. Bauherr ist wie berichtet die VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg, die dann an Verifone vermietet.

Beim Beschluss enthielten sich die drei SPD-Vertreter, Michael Bock sagte konsequenterweise „Nein“. Endgültig entschieden wird das Thema am kommenden Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung

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