Gerstungens Bürgermeister kritisiert RP Kassel

„Verharmlosung der Laugenversenkung“

Gerstungen. Die Entscheidung des Regierungspräsidiums Kassel, die laufende Versenkgenehmigung für Abfalllauge des Unternehmens K+S nicht zu widerrufen, kommt für die Gegner um Gerstungens Bürgermeister Werner Hartung keineswegs überraschend. Sie sei aber gleichwohl ein „Schlag ins Gesicht“ für die durch den Bergbau negativ Betroffenen, die in der Versenkregion versuchten, das nur noch wenig vorhandene nutzbare Trinkwasser zu schützen und weitere unnötige Umweltschäden zu vermeiden.

Nachdem das RP Kassel im Vorfeld alles versucht habe, ein kritisches Gutachten der landeseigenen Fachbehörde (HLUG) zur Trinkwassergefährdung durch die Laugenverpressung der Öffentlichkeit vorzuenthalten, habe man nach dem Bekanntwerden die Erkenntnisse dieser Spezialisten ignoriert und eilig passende private Gutachten in den Entscheidungsprozess einfließen lassen, merkt Hartung an.

„Für die Gemeinde Gerstungen ergibt sich daraus der Anschein, dass nicht nur die Auswirkungen der laufenden Abfallversenkung verharmlost werden sollen, sondern bereits Vorarbeit für die nächste „allerletzte?“ Versenkgenehmigung innerhalb des völlig inakzeptablen Vier-Phasen-Planes geleistet wird“, erklärt der Gerstunger Bürgermeister weiter.

Eine Genehmigungsbehörde, die keine belastbaren Erkenntnisse über den Verbleib der bislang etwa 1 Milliarde Kubikmeter verpresster Abfalllauge habe, sei nicht geeignet, Gefahren für das Trink- und Grundwasser realistisch ausschließen zu können.

„Irreparable Schäden“

„Es ist ein offenes Geheimnis, dass jeder Liter Lauge, welcher weiter versenkt wird, unweigerlich zu noch größeren irreparablen Schäden unseres Grundwassers führt. Die Laugenversenkung war, ist und bleibt unbeherrschbar und ist grundsätzlich abzulehnen“, teilt Hartung weiter mit.

Immer wieder vorgetragene politische Parolen, dass der Schutz des Grund- und Trinkwassers im Zusammenhang mit der Kalilaugenentsorgung oberste Priorität habe, klängen in den Ohren der Menschen in der Gemeinde Gerstungen wie Hohn und Spott, da man gerade die Experten des HLUG bei der Entscheidungsfindung aussperre. (red/rey)

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