Letzte Verhandlungs-Runde ist gescheitert - Dieter Wedel hat einen Plan B

Hersfelder Oper droht nach Eklat das Aus

Bad Hersfeld. Die Chancen, dass die Oper in der Bad Hersfelder Stiftsruine auch im kommenden Jahr stattfinden kann, werden immer geringer.

So endeten die Verhandlungen zwischen der Stadt Bad Hersfeld und dem Arbeitskreis für Musik (AfM) über eine künftige Zusammenarbeit zwischen Festspielen und Oper am Donnerstag im Eklat und ohne Ergebnis. Nachdem der künstlerische Leiter der Oper, Prof. Siegfried Heinrich, seine Forderung nach völliger Eigenständigkeit auch unter dem Dach der Festspiele für nicht verhandelbar erklärte, verließ er die Sitzung.

Die Gesprächsrunde mit Bürgermeister Thomas Fehling und Festspiel-Intendant Dieter Wedel sowie Vertretern des AfM war ein letzter Versuch, das Nebeneinander beider Festivals zugunsten einer gemeinsamen Veranstaltung neu zu strukturieren. Die bisherigen vertraglichen Regelungen enden mit Ablauf dieses Jahres. Dass ein neues Konstrukt unter der Führung von Stadt und Festspielen stehen soll, entspricht auch den Vorstellungen des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (unsere Zeitung berichtete).

Eine Entscheidung, wie weiter verfahren werden soll, trifft der Magistrat am kommenden Montag. Weil Dieter Wedel den Spielplan 2016 in den nächsten Wochen vorstellen will, drängt die Zeit. „Ich habe versucht, Heinrich die Hand hinzuhalten“, erklärte der Intendant gegenüber unserer Zeitung, doch habe es keinen Sinn zu verhandeln, „wenn alles unverhandelbar ist“. Wedel bekräftigte, dass er nicht etwas verantworten wolle, „wo ich keine Möglichkeit habe, etwas zu korrigieren“. Das aber sei die Aufgabe eines Intendanten.

Gleichwohl wäre es bedauerlich, wenn die Persönlichkeit Heinrichs nicht auch für die Festspiele genutzt werden könne, sagte Wedel. Für alle Fälle habe er jedoch einen „Plan B“. Siegfried Heinrich war auch gestern nicht erreichbar. (ks)

Mehr lesen Sie in der gedruckten Zeitung am Samstag.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare