Hersfelder Museum eröffnet die neue Sonderausstellung „Mit Kurbel und Hebel“

Das vergangene Alltägliche

Mit der Kurbel besser als von Hand: Vorsitzender Dieter Häckel, Wilhelm Knierim und Ernst Hoffmann vom Heimat- und Trachtenverein Obergeis und der Vorsitzende des Förderkreises Museum Bertold Schmidt (von links nach rechts) demonstrieren, wie akkurat der Apfelschäler noch funktioniert. Foto:  Claus

Bad Hersfeld. Wer weiß heute schon noch, was ein Zuckerhutzerkleinerer ist? Oder wie eine Sackausklopfmaschine aussieht?

Das und vieles mehr kann man ab Sonntag, 5. September, ab 11.30 Uhr im Kapitelsaal des Hersfelder Museums bei der Ausstellung „Ohne Motor - mit Kurbel und Hebel“ erleben. Bis zum 28. November repräsentieren dort ungefähr 100 Exponate die Alltagskultur einer Zeit, in der einfachste Mechanik die schwere körperliche Hausarbeit und andere Tätigkeiten erleichterte.

So erinnert Bertold Schmidt, Vorsitzende des Förderkreis Museum, mit dem Zitat des Archimedes „Gebt mir einen festen Punkt im All, und ich werde die Welt aus den Angeln heben“ an die Bedeutung der Hebelwirkung vor dem Einsatz von Motoren.

Zusammen mit dem Heimat- und Trachtenverein Obergeis bietet der Förderkreis die diesjährige Sonderausstellung in Bad Hersfeld an. Diese ist sonst teilweise in der Museumsscheune Kirchheim zu besichtigen. Von dem Standortwechsel erhoffen sich die Initiatoren, das alte Wissen um die Hebel- und Kurbeltechnik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. „Die Besucher sollen hier mit ihrer Geschichte konfrontiert werden“, betont der Vorsitzende des Heimat- und Trachtenvereins Dieter Häckel den Leitgedanken.

Frühere Kaffee- und Nähmaschinen, Standbohrmaschinen oder auch eine kurbelbetriebene Spieluhr mit Christbaumständer veranschaulichen den vielfältigen Einsatz der Technik in dieser Zeit. Die Anwendung der Hebel ist unter anderem anhand von Sack- und Schubkarren, Waagen und Brechstangen dargestellt.

Aktionstag

Die Sonderausstellung im Erdgeschoss ist täglich außer montags von 10 - 12 Uhr und von 15 bis17 Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt.

Am Sonntag, 26. September, von 14 bis 17 Uhr laden beide Vereine zu einem Aktionstag ein, an dem die Funktion der einzelnen Geräte vorgeführt wird. So wird mithilfe der ausgestellten Utensilien auf traditionellem Wege Butter hergestellt. Dabei werden Kaffee und Kuchen sowie musikalische Unterhaltung geboten.

Von Miriam Claus

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