Vereint im Verein

Kai A. Struthoff

Zu einer richtigen Erfolgs-Story hat sich der Verein „Freunde von Malmesbury“ gemausert. In nur einem Jahr hat sich die Mitgliederzahl des Clubs auf 23 verdoppelt. Das Interesse an der englischen Heimat von Stiftsgründer Lullus sei groß, konnte Vorsitzender Dr. Sigmar Gleiser jetzt auf der ersten Jahreshauptversammlung des Vereins berichten. Erfreulicherweise hat inzwischen auch Bürgermeister Thomas Fehling seine anfänglichen Bedenken gegen weitere institutionelle Kontakte zu ausländischen Gemeinden aufgegeben. Inzwischen unterstützt auch er die Aktivitäten des Vereins im Rahmen der begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Stadt nach Kräften.

Über Himmelfahrt wird eine Gruppe von Hersfeldern als „Scouts“ nach Malmesbury aufbrechen, um dort die ersten Kontakte zu vertiefen. Mit dabei sind dann auch Stadtrat Günther Exner und Stadtsprecher Maik Ebert, die unseren neuen englischen Freunden zeigen, dass Malmesbury auch im Rathaus sehr willkommen ist.

Auch ein weiterer neuer Verein dürfte bald eine Erfolgsstory werden: Der Lullusfest-Verein um unseren rührigen Feuermeister Klaus Otto. Gewiss, an mangelnder Popularität hat Lolls in den vergangenen 1000 Jahren sicher nicht gelitten, aber die Idee, die Kräfte aller Freunde dieses Heimatfests zu bündeln, ist clever. Immerhin will der neue Verein ja auch dafür sorgen, dass das Lullusfest sein ganz besonderes Flair behält und nicht zu einem 0-8-15-Rummel verkommt. Wir wünschen dabei viel Glück!

Als West-Berliner werde ich immer hellhörig, wenn jemand die Worte des Altbürgermeisters Ernst Reuter als Blockade-Zeiten zitiert: „Schaut auf diese Klinik“, rief der Chef der Orthopädischen Klinik, Dr. Thomas Härer, neulich bei einer Zertifikatsvergabe den Gästen zu.

Warum? Offenbar sorgt er sich um den Fortbestand seines Hauses. Hintergrund soll die Forderung der Mitarbeiter auf Entlohnung nach dem für sie gültigen Tarifvertrag und entsprechende Kritik der Klinikums-Geschäftsführung sein. Die Mitarbeiter indes verweisen darauf, dass ihr Haus schwarze Zahlen schreibt und das Klinikum inzwischen mit weit über zwei Millionen Euro unterstützt hat. Die Orthopädie gehört zur Klinikum-Gruppe – also auch einer Art Verein, in dem die Mitgliedschaft allerdings offenbar nicht allen gefällt.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, gehören gemeinsam mit mir am morgigen Sonntag hoffentlich zu dem Verein der Wähler – einem durchaus exklusiven Club, dem Menschen in vielen weniger demokratischen Ländern unserer Erde gern beitreten möchten. Künholz oder Koch lautet die Frage, und wir haben eine echte Wahl zwischen zwei engagierten Kandidaten, die auf ein breites Wählervotum zur Legitimation ihres Amtes hoffen. Vereint im Verein der Demokratie treffen wir uns also am Sonntag an der Wahlurne und später dann bei der Wahlparty im Landratsamt.

Kommentare