In der Stadt Bad Hersfeld steht die Gründung eines neuen Beirats bevor

Vereint gegen zu viel Lärm

Sie erläuterten die Gründung eines Lärmschutzbeirates (von links): Dr. Joachim Dähn (BI A4 Lärmschutz), Markus Gressmann (BI Windkraft „Rettet den Stadtwald“), Bürgermeister Thomas Fehling, Michael Jäcker-Cüppers (Deutsche Gesellschaft für Akustik) und Gerhard Deiseroth (BI Bündnis gegen Bahnlärm). Foto: nh

Bad Hersfeld. Die Stadt Bad Hersfeld und drei Bürgerinitiativen machen in Sachen Lärmschutz gemeinsame Sache und streben die Gründung eines Lärmschutzbeirates für die Kreisstadt einschließlich ihrer Ortsteile an. Ein entsprechender Antrag an die Stadtverordnetenversammlung wurde jetzt in einer öffentlichen Bürgerversammlung beschlossen. Beteiligt sind die Lärmschutz-Initiativen Schiene, Windkraft und A4. Bürgermeister Thomas Fehling sagte seine Unterstützung zu.

Zunächst brachte Michael Jäcker-Cüppers vom Arbeitsring Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik die rund 50 Teilnehmer fachlich auf den aktuellen Stand. Ausgehend von der Frage „Was ist Lärm“ erläuterte er die Arten der Lärmmessung, die gesundheitlichen Folgen und vor allem die sich daraus ergebenden Grenzwerte in der Gesetzgebung. Daraus wurde deutlich: Bei der Lärmvorsorge, also insbesondere nur bei Neubauten oder wesentlichen Änderungen von Infrastrukturen wie Straßen oder Schienen, gibt es einen Rechtsanspruch auf Lärmschutz.

Weitaus problematischer sieht es bei der Lärmsanierung aus, also bei der Veränderung bestehender Lärmquellen: Hier gibt es keinen Rechtsanspruch, und die Grenzwerte für Lärmemissionen liegen deutlich höher – zum Teil deutlich über Werten, die auf Dauer schon als gesundheitsschädigend gelten.

Im Anschluss wurden aus verschiedenen Perspektiven die konkreten Initiativen in Stadt und Region zum Lärmschutz dargestellt. Markus Gressmann erläuterte die Erfahrungen der BI „Rettet den Stadtwald“ in Bezug auf Windkraftanlagen, Gerhard Deiseroth (BI Bündnis gegen Bahnlärm) erläuterte Aktivitäten zum Lärmschutz auf der Schiene zwischen Haunetal und Bebra. Dr. Joachim Dähn von der BI-Lärmschutz Autobahn A4 ging schließlich auf den bevorstehenden Ausbau der Straße.

Als roter Faden ging durch alle Vorträge: Lärm wird viel zu oft nur berechnet und nicht real gemessen. Zudem gibt es zu oft nur eine isolierte Einzelbetrachtungen vom Lärmquellen – eine Gesamt-Lärmbetrachtung, so wie er im Ohr der Betroffenen ankommt, ist regelmäßig nicht vorgesehen.

Dr. Joachim Dähn brachte es als ehemaliger Zahnarzt auf den Punkt: „Beim Lärmschutz müssen dicke Bretter gebohrt werden.“ (red/ks)

Kontakt: Dr. Joachim Dähn, Telefon 06621 748 58, E-Mail: j.daehn@t-online.de

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