Worte und Songs zum 70.: Volker Rebell und „The Beatles Revival Band“ im Buchcafé

Verehrung für Lennon

„The Beatles Revival Band“ gab im kleinen Rahmen des Buchcafés alles. Robby Matthes, Claus Fischer, Volker Rebell, Johnny Silver und Fritz Heieck (von links) wurden vom begeisterten Publikum gefeiert. Fotos: Gudrun Schmidl

Bad Hersfeld. Mit Songs und Textbeiträgen erwiesen am Samstagabend Volker Rebell und die „Beatles Revival Band“ im Bad Hersfelder Buchcafé John Lennon, der wohl schillerndsten Figur im Quartett der Pilzköpfe, die Ehre.

Lennon war neben seinen herausragenden Fähigkeiten als begnadeter Songschreiber und Sänger eine vielschichtige Persönlichkeit, die auch 30 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod fasziniert. Am 9. Oktober wäre er 70 Jahre alt geworden. HR-Radiolegende Volker Rebell und „The Beatles Revival Band“ nahmen dies zum Anlass, mit ihrem Programm „Imagine John Lennon“ – eine gelungene Mischung aus Konzert und musikjournalistischem Erzählradio – Lennon, sein Verhältnis zu sich selbst, zu Yoko Ono und zu den Beatles in den Vordergrund zu stellen. Das Buchcafe´ war bei dem von der Hersfelder Zeitung unterstützten Auftritt restlos ausverkauft. „Über Lennon kann man keine Witze reißen. Es ist schwerer Stoff“, stimmte Volker Rebell das Publikum ein. „Außer den Gitarren hat Lennon auch noch den Narren gespielt“.

Unvergesslich seine Äußerung, dass die Beatles beliebter als Jesus sind. Später bezeichnete er sich gar als Wiedergeburt von Jesus Christus. Hinter der Fassade als stürmischer Rebell offenbarte der zynische, aggressive, ewig mit sich und der Welt unzufriedene und krankhaft eifersüchtige Lennon eine verletzliche Persönlichkeit, besonders in Phasen seiner Drogenexperimente. In vielen seiner Songs bat er flehentlich um Hilfe oder thematisierte seine große Verlustangst. Volker Rebell kommentierte die Einspielungen von John Lennons Originalstimme und informierte kenntnisreich mit anekdotischen Hintergrundinformationen über die Rock´n-Roll-Ikone aus Liverpool. Sein ganzes Leben lang experimentierte er mit den verschiedensten Lebensentwürfen, geprägt von den zentralen Themen: Liebe, Frieden, Wirklichkeit und Wahrheit. So vielschichtig wie sein Leben war, sind auch seine Songs: Von dem zärtlichen Liebeslied „Julia“, dem spöttischen Song „How Do You Sleep“, seinem politischen Statement mit „Revolution 1“, bis zu der Hymne „Give Peace A Chance“ reicht die Bandbreite.

Die Songs gehörten an diesem Abend zum begeistert beklatschten und bejubelten Repertoire der genialen „Beatles Revival Band“. Seit 33 Jahren überzeugt das Quartett, das laut „Bravo“ live besser spielt als die Originale, noch immer mit einer unbändigen Lust und Laune an der Imitation, die niemals den Respekt vor den Originalen vermissen lässt. Bei ihrer Herbsttournee stehen sie zu fünft auf der Bühne. Volker Rebell ist nicht nur „Animateur“, sondern beweist auch sein Können als Sänger und Gitarrist bei vielen bekannten, aber auch unbekannten Lennon-Songs. Manche nur angespielt, um den Rahmen des zweieinhalbstündigen Programms nicht zu sprengen. „Help!“, „Cold Turkey“, „The Ballad of John and Yoko“ gab es natürlich in voller Länge zu hören. Letzteres ist das Ergebnis des einwöchigen „Bed-In“, mit dem John und Yoko Ono während ihrer einwöchigen öffentlichen Flitterwochen ein sichtbares Zeichen für den Frieden setzen wollten. Die Schluss-Hymne „Imagine“ sangen in deutscher Übersetzung Band und Publikum gemeinsam, das von den genialen Vollblutmusikern mehrere Zugaben einforderte.

Von Gudrun Schmidl

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