Verdi-Streik bei Amazon geht weiter

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Bad Hersfeld. Kurz nach Beginn der Frühschicht am Mittwoch hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Beschäftigten der beiden Verteilzentren von Amazon Bad Hersfeld erneut zum Streik aufgerufen. Der Streik dauert bis zum Ende der Spätschicht.

„Kürzlich kam die Presse-Meldung, dass Amazon Boss Jeff Bezos um 30 Milliarden Dollar reicher geworden ist und damit zum viertreichsten Mann der Welt wurde. Amazon ist als weltweit größter Online-Versandhändler weiterhin auf Erfolgskurs“, schreibt Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke in einer Pressemitteilung. „Im Weihnachtsgeschäft werden wieder hohe Umsätze erwartet, während sich die Mitarbeiter von Amazon für sich und ihre Familien kaum etwas leisten können. Da muss für die Beschäftigten mehr drin sein. Ein tarifliches Weihnachtsgeld läge für die Versandmitarbeiter bei 1337 Euro, Amazon zahlt derzeit 400 Euro.“

Die Gewerkschaft fordert die Anerkennung des Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel Hessen. Seit über zwei Jahren befindet sich Verdi mit Amazon in der Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag. Amazon lehnt Tariverhandlungen bisher ab.

Amazon beweise jeden Tag, auch ohne Tarifvertrag ein guter Arbeitgeber zu sein, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Laut Amazon haben sich an allen fünf bestreikten Standorten weniger als 750 Mitarbeiter am Ausstand beteiligt. Die Bezahlung bei Amazon liege am oberen Ende des in der Branche üblichen, umgerechnet mindestens bei 10 Euro brutto pro Stunde. Hinzu kämen Extras wie Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiter-Aktien, Gratis-Versicherungen, ein Pensions-Fonds und Mitarbeiterrabatte. Vieles davon sei bei traditionellen Tarifverträgen unbekannt.(red/jce)

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