Warnstreik auch im Kreis – Arbeitgeber verweisen auf leere Kassen

Ver.di-Forderung kostet gut sechs Millionen Euro

Hersfeld-Rotenburg. Die Gewerkschaft Ver.di lässt beim Warnstreik die Muskeln spielen. Es ist aber weniger der Streik, sondern dessen mögliche finanziellen Folgen, die Bürgermeistern und Geschäftsführern die Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

Setzt Ver.di die geforderten 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt durch, würde das die öffentlichen Arbeitgeber im Kreis Hersfeld-Rotenburg über sechs Millionen Euro kosten. Doch die Kassen sind leer, die Schulden hoch.

Weit über drei Millionen Euro mehr pro Jahr müsste das Klinikum Bad Hersfeld an die Mitarbeiter überweisen. Dabei liege die gesetzlich zugelassene Kostensteigerungsrate bei lediglich 0,55 Prozent, sagt Klinikums-Geschäftsführer Martin Ködding. Weil die Einnahmen nicht gesteigert werden könnten und Einsparmöglichkeiten ausgereizt seien, „würde das zur Reduzierung von Personal führen.“

Die Kreisverwaltung müsste ihren Tarifbeschäftigten rund 1,1 Millionen Euro mehr pro Jahr zahlen, rechnet Kreissprecher Michael Adam vor.

Für die meist hochverschuldeten Städte und Gemeinden wären 6,5 Prozent mehr Gehalt ebenfalls kaum zu verkraften. Bad Hersfeld hätte nach Angaben von Bürgermeister Thomas Fehling (FDP) Mehrkosten von über 700 000 Euro jährlich zu berappen. In Rotenburg rechnet Hauptamtsleiter Ralf Wassermann mit einer jährlichen Mehrbelastung von über 400 000 Euro. Und in Bebra würde eine 6,5-prozentige Steigerung mit 330 000 Euro pro Jahr zu Buche schlagen. „Wir haben nur ein bis zwei Prozent Steigerung eingeplant“, sagt Bürgermeister Horst Groß (CDU).

Auf so etwas will sich Ver.di nicht einlassen. Die Arbeitgeber hätten 1,77 Prozent Steigerung angeboten. „Das sind 0,6 Prozentpunkte unter der derzeitigen Inflationsrate von 2,3 Prozent“, sagt Angelika Kappe, Geschäftsführerin Ver.di Osthessen: „Wir werden die Warnstreiks ausweiten“. ZUM TAGE, SEITE 2

Von Jörg Steinbach

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