Prozess um Affäre mit einer Zwölfjährigen vorläufig geplatzt

Verbotene Liebe bringt Gericht in Nöte

+

Bad Hersfeld. Das Gerichtsverfahren um die verbotene Liebe eines Heranwachsenden aus Bad Hersfeld mit einem zwölfjährigen Mädchen aus Bebra ist vorläufig geplatzt: Weil sich herausstellte, dass der 20 Jahre alte Angeklagte jugendpsychiatrisch zunächst untersucht werden muss, musste die gestrige Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht in Bad Hersfeld ohne Ergebnis abgebrochen werden.

Der Hersfelder ist des sexuellen Missbrauchs eines Kindes in zwei Fällen angeklagt, weil er an einem Tag im Sommer vergangenen Jahres mit dem Mädchen – einverständlichen – Sex gehabt und dabei auch den Geschlechtsverkehr vollzogen hatte.

Die Gerichtsvorsitzende, Amtsgerichtsdirektorin Michaela Kilian-Bock, hatte zwar einen psychiatrischen Gutachter bestellt, der sich auf die Unterlagen aus dem Betreuungsverfahren und seine Eindrücke aus der Hauptverhandlung stützen sollte.

Nachdem sich der einfach gestrickte Hersfelder und seine Freundin jedoch in der vergangenen Woche in Kassel erneut getroffen hatten und der Angeklagte vor Gericht auf Befragen der Vorsitzenden zugab, das ihn mit SMS und E-Mails verfolgende Mädchen immer noch zu lieben, war die Frage nach seiner Steuerungsfähigkeit und einer eventuellen Schuldunfähigkeit so leicht nicht mehr zu beantworten. Nach Erstellung des ausführlichen Gutachtens wird der Prozess noch einmal von vorne beginnen.

Der junge Mann hatte die Zwölfjährige bei Verwandtenbesuchen in Bebra kennengelernt. Nachdem man sich zwei Monate nähergekommen und offenbar gut verstanden hatte, war der 20-Jährige – ohne sich weiter Gedanken zu machen – zu weit gegangen.

„Wenn das Mädchen 14 wäre, säßen wir nicht hier“, hatte Richterin Kilian-Bock zu Prozessbeginn gesagt. Das wird aber erst im September dieses Jahres der Fall sein. hintergrund, zum tage

Von Karl Schönholtz

Kommentare