Ein Veggie-Tag tut Mensch und Tier gut

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Freut sich über den ansprechenden Internet-Auftritt des Veggie-Tags: Ulrike Schott zeigt, wie die Informationen unter www.veggietag-bad-hersfeld.de zu finden sind.

Bad Hersfeld. Ulrike Schott will niemanden bekehren. Und sie will auch niemandem sein Schnitzel oder sein Steak madig machen. Aber sie will etwas für das Klima tun und für Tiere. Und sie will die Menschen anregen, über ihre Gewohnheiten nachzudenken und ob man sie vielleicht ändern kann.

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Deshalb hat sie, gemeinsam mit ihrem Mann Reinhard, Anna-Johanna Fett und einigen anderen Mitstreitern, die Aktion „Donnerstag isst Veggie-Tag“ in der Region Bad Hersfeld ins Leben gerufen.

Ein Tag ohne Fleisch

Mit dieser Aktion, die bereits in anderen Städten in Deutschland und international erfolgreich läuft, sollen Menschen ermutigt werden, an einem Tag in der Woche auf Fleisch zu verzichten, für 24 Stunden zu Vegetariern zu werden.

Davon profitieren alle, ist Ulrike Schott überzeugt. Denn ein hoher Fleischverzehr ist mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und einige Krebsarten verbunden. Jeder Bundesbürger isst im Schnitt mehr als 1,2 Kilogramm Fleisch pro Woche, zitiert Schott eine Statistik. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt jedoch, maximal 600 Gramm Fleisch pro Woche zu essen.

Der Veggie-Tag ist auch gut fürs Klima. 18 Prozent der treibhauswirksamen Gase stammen aus der Tierhaltung. Das ist mehr, als der gesamte Verkehrssektor verursacht. Noch dazu werden Waldflächen gerodet, um Soja fürs Vieh anzubauen. „Ob man mit einem Kleinwagen 250 Kilometer auf der Autobahn fährt, oder ein Kilo Rindfleisch im Supermarkt kauft - beides belastet das Klima im gleichen Maße“, sagt Ulrike Schott. Noch dazu werden für das Fleisch 50 Quadratmeter Regenwald vernichtet und 20 000 Liter Wasser verbraucht. Viele Gründe also, um den Fleischkonsum ein wenig zu reduzieren.

Der allergrößte Teil des in Deutschland verkauften Fleisches stamme aus der Turbomast, gibt Schott zu bedenken. Bilder von Tieren, die zusammengepfercht auf engstem Raum unter unwürdigen Umständen leben, kennen alle. Sie werden nur möglichst schnell verdrängt, weil sie belastend sind und ein schlechtes Gewissen machen. Durch einen deutschen Veggietag pro Woche werden jährlich 140 Millionen Tiere weniger verzehrt, haben die Verfechter der Verzicht-Aktion ausgerechnet.

Sie wollen mit ihrem Appell nicht nur Privathaushalte erreichen, sondern auch Restaurants, Kantinen, Schulen, Kindergärten und Kliniken. Mit großem Erfolg läuft der Veggie-Tag in der Jugendherberge Bad Hersfeld. Die vegetarischen Gerichte schmecken den Gästen so lecker, dass sie noch mehr davon haben wollen, erzählt Sascha Forderung von der Jugendherberge.

Unterstützt wird die Aktion auch von Politikern und Prominenten, darunter die Sängerin Helen Schneider und Ex-Beatle Paul McCartney.

Inzwischen ist auch der Internet-Auftritt am Start. Unter www.veggietag-bad-hersfeld.de gibt es jede Menge Informationen und Rezepte. (zac)

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