Landgericht Fulda verurteilte Philippsthaler zu einer Geldstrafe

Vater schlief mit Tochter

Fulda/Philippsthal. Weil er in betrunkenem Zustand mit seiner erwachsenen Tochter den Beischlaf vollzog, ist ein 48 Jahre alter Maurer aus Philippsthal vom Landgericht Fulda gestern zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt worden. Das Urteil, das alle Beteiligten akzeptierten, ist rechtskräftig geworden.

Keine gravierenden Schäden

Die Erste Strafkammer des Landgerichts hielt dem Angeklagten zugute, dass er bislang nicht vorbestraft gewesen sei, die Tat bereits fast zwei Jahre zurückliege, er seine Tat in vollem Umfang gestanden habe und bei der Tochter heute keine gravierenden Schäden zurück geblieben seien und sich Opfer und Täter wieder versöhnt hätten. Zudem habe bei dem Täter wegen einer Trunkenheit mit drei Promille Alkohol im Blut eine verminderte Schuldfähigkeit vorgelegen. Der alkoholgewöhnte Angeklagte sei zum Zeitpunkt der Tat aber noch steuerungsfähig gewesen, erklärte der Vorsitzende Richter Josef Richter.

Der Angeklagte hatte nach Überzeugung des Gerichts mit seiner heute 25 Jahre alten Tochter, die unter einer angeborenen Minderbegabung leidet, Mitte Mai 2010 auf der Couch des Wohnzimmers mitten in der Nacht gegen 1.30 Uhr Geschlechtsverkehr. Diesen Vorwurf räumte der Angeklagte in seiner Vernehmung unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein, wie das Gericht nach der Aussage mitteilte.

Die Tochter, die bei der Tat ebenfalls alkoholisiert, aber nicht so stark betrunken war wie ihr Vater, machte von ihrem Recht auf Zeugnisverweigerungsrecht gegenüber dem Vater Gebrauch und verweigerte vor dem Gericht die Aussage.

Nicht zu Widerstand fähig

Staatsanwalt Stephan Müller-Odenwald hatte den Vater zugleich angeklagt, er habe durch den Sex mit seiner Tochter eine widerstandsunfähige Person sexuell missbraucht, da die Tochter wegen ihrer Minderbegabung und der Alkoholisierung nicht zum Widerstand fähig gewesen sei.

Haftstrafe gefordert

Der psychiatrische Gutachter Dr. Rainer Hoffmann erklärte jedoch, dass das Opfer nach seiner Einschätzung nicht widerstandsunfähig gewesen sei, sondern sehr wohl mitbekommen und verstanden habe, was mit ihr geschehe. Seiner Einschätzung folgte dann auch der Staatsanwalt, der den Tatvorwurf des Missbrauchs Widerstandsunfähiger nicht aufrechterhielt. Müller-Odenwald beantragte eine Haftstrafe von vier Monaten auf Bewährung. Verteidiger Dr. Kay Goldmann aus Heringen war in seinem Schlussplädoyer der Auffassung, sein Mandant habe sich zum Zeitpunkt der Tat im Vollrausch befunden. Eine Geldstrafe, deren Höhe er nicht bezifferte, sei ausreichend.

Das Gericht entschied dann auf eine Strafe von 60 Tagessätzen à 25 Euro.

Von Volker Nies

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