Aufklärung der Fälle ist für die Polizei nicht einfach

Vandalen zerkratzen immer häufiger Autos

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Symbolbild

Hersfeld-Rotenburg. Um fast ein Drittel ist die Zahl der mutwillig zerkratzten Autos im Kreis Hersfeld-Rotenburg in den vergangenen Jahren gestiegen. Waren es 2010 noch 53 Fälle, stieg die Zahl schon 2011 auf 69 Vorfälle. 2012 wurden der Polizei 136 zerkratzte Fahrzeuge gemeldet.

Konkrete Zahlen für dieses Jahr liegen noch nicht vor. Klar ist aber: Der Trend liegt ähnlich wie im vergangenen Jahr. Das berichtet der Pressesprecher der Polizei, Manfred Knoch, auf Anfrage.

Die Aufklärung dieser Art von Straftaten ist schwierig. Nur 7 bis 10 Prozent der Fälle wurden in den vergangenen Jahren aufgeklärt. „Täter nutzen den unbeobachteten Augenblick beim Vorbeigehen an Autos. In der Dämmerung oder nachts ist meist wenig los auf den Straßen“, erläutert Knoch, warum die Aufklärungsquote vergleichsweise gering ist.

Das Zerkratzen von Lack bei Autos erfolge fast immer mutwillig. Der Täter habe Frust und ihn ärgere plötzlich alles. „Die Aggressionen werden dann an Gegenständen ausgelassen. Mal sind es Blumen, die aus den Rabatten gezogen werden, mal werden Verkehrsschilder oder Privateigentum beschädigt.“

Gerade Jugendliche neigen aus Übermut zu derartigen Beschädigungen, weiß Knoch. „Als Mitglied einer Gruppe von Jugendlichen fühlt man sich besonders stark.“ Wenn noch Alkohol dazu komme, neigten die jungen Leute leicht zum Übermut.

Es gibt aber auch Fälle von zerkratzten Autos, deren Ursache im privaten Bereich liegt, wenn es Streit gibt in Beziehungen oder zwischen Nachbarn. „Ohne Zeugen oder gute Tatortspuren lassen sich diese Fälle nur schwer lösen“, lautet das Fazit. Jugendliche neigen aber dazu, ihre „Heldentaten“ mit der Handy-Kamera zu dokumentieren. Diese landen in sozialen Netzwerken im Internet. Manche Täter sind dann überrascht, wenn plötzlich die Polizei vor der Tür steht. zum tage, seite 2

Von René Dupont

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