HZ-Wander-Tipp: Idyllischer Spaziergang durch den Zellersgraben

Die Urwald-Wanderung

Impressionen: Spaziergang durch den Zellersgraben. Collage: Konopka

Bad Hersfeld. Der HZ-Wander-Tipp zum Wochenende: Ausgehend vom Heimkehrer-Denkmal im Zellersgrund, das der Bildhauer Hugues gestaltete, macht sich der Wanderer in passender Fußbekleidung auf die Socken durch den Zellersgraben zum Gißlersbrunnen. Der Weg führt vom Denkmal, das an die 62 327 ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen erinnern soll, die durch das Lager Waldschänke in die Freiheit schritten, zunächst durch die Siedlung.

Das Landschaftsschutzgebiet im Bad Hersfelder Stadtwald präsentiert sich dem Naturfreund dank umgestürzter Bäume urwaldähnlich. Still ist’s um einen herum, klettert man über die sperrigen Hindernisse. Schweiß abwischen – und weiter geht’s. Ein Rinnsal umplätschert bemooste Baumstümpfe, bevor das Wasser seinen Weg in den unteren idyllischen Teich findet. Irgendwo im Wald oberhalb des sogenannten Gißlersbrunnens endet der Graben.

Der Zellers- und Kesselsgraben gehören zum von West nach Ost verlaufenden sogenannten Hersfelder Graben, der sich zwischen Heenes, Wehneberg und dem Gut Oberrode erstreckt. Vor etwa 200 Millionen Jahren öffnete er sich, so dass die noch nicht erodierten Kalkschichten einbrachen. Später schob sich der Graben wieder etwas zusammen und die Kalkschichten verfalteten.

Bevor der Wanderer sich verfaltet: Umkehr über den gleichen Weg, oder über den geschotterten Forstweg zum Ausgangspunkt am Taleingang. Auf der rustikalen Bank unterm Baum öffnet man den Rucksack und genießt die Jause. Nach der Wanderung bietet sich übrigens die in der Nähe liegende St.-Nikolaus-Kirche zur besinnlichen Einkehr an.

Von Ludger Konopka

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