Reaktionen aus der Region auf VGH-Urteil zu Raucherräumen

„Urteil bietet Wirten Rechtssicherheit“

Hersfeld-Rotenburg. Als „Bestätigung der Position des Dehoga“, wertet Hanns-Karl Madelung, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Waldhessen das gestrige Urteil des Kasseler Verwaltungsgerichtshofes. Das Gericht hatte entschieden, dass in Raucherräumen von Gaststätten Theken bewirtschaftet werden dürfen. Madelung sprach sich dafür aus, den Gastronomen und Gästen Entscheidungsfreiheit zu lassen. Bei der bestehenden Regelung biete das Urteil den Wirten nun Rechtssicherheit für Theken mit Raucherräumen. Ihm sei jedoch kein Fall im Kreis bekannt, in dem es wegen eines Ausschankes in einem Raucherraum Probleme gegeben habe.

Über die Einhaltung der Regeln des Nichtraucherschutzgesetzes wacht der beim Landrat angesiedelte Gewerbeprüfdienst. Im Regierungspräsidium Kassel habe bisher die einheitliche Regelung gegolten, dass Theken in separaten Raucherräumen nicht erlaubt seien, sagte Landkreis-Sprecher Michael Adam auf Anfrage unserer Zeitung. Welche Auswirkungen das Kasseler Urteil habe, müsse nun geprüft werden.

Der Wirt der Bad Hersfelder Festspielkantine, Peter Heck, begrüßte das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes. Betriebe mit mehreren Räumen könnten den Gästen an einer Theke das Rauchen erlauben. Seit nicht mehr geraucht werden dürfe, sei der Umsatz deutlich zurückgegangen.

Dirk Wölbling, Inhaber der Rotenburger Gaststätte Galerie gab zu bedenken, dass sich das Urteil wegen einer EU-weiten strengeren Regel ohnehin bald überholt habe.

Lars Weißflog vom Rotenburger Café Moritz bedauerte hingegen, dass mit dem Urteil nun ein Schlupfloch geschaffen wurde. Im Moritz gibt es keinen Raucherraum. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, sagt Weißflog. (jce)

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