Trend zur Beisetzung ohne Folge-Aufwand auf Friedhöfen

Urne statt Sarg und anonyme Grabstätten

Hersfeld-Rotenburg. Friedhofsgestaltung und Begräbniskultur im Landkreis ändern sich: Immer öfter wird das Platz und Pflegeaufwand sparende Urnengrab dem klassischen Erdbegräbnis mit Sarg vorgezogen, und zumindest in den Städten sind auch anonyme Grabstätten gefragt.

In der Kreisstadt Bad Hersfeld, wo die Urnenbestattungen mittlerweile 75 Prozent aller Beisetzungen ausmachen, sind allein auf dem anonymen Urnengrabfeld des Friedhofs Hohe Luft bereits rund 400 Plätze belegt.

Besondere Formen sind hier der Friedpark in der Hohen Luft, wo Menschen unter einer Grabplatte und einem eigens gepflanzten Baum ihre letzte Ruhestätte finden, sowie eine Wand mit Kammern für Urnen, ein so genanntes Columbarium, dazu Stelen für Urnenbestattungen auch auf anderen Friedhöfen.

Schon etwa 180 anonyme Urnenbeisetzungen habe es auf den städtischen Friedhöfen in Rotenburg gegeben, berichtet Fachdienstleiter Dieter Wagner von der Stadtverwaltung.

Als Alternative dazu gibt es in Rotenburg Rasenreihengräber, ebenfalls ohne Pflegeaufwand für die Angehörigen, aber immerhin doch mit einem Grabstein gekennzeichnet. Die Rasenfläche wird während der Ruhefristen – 20 Jahre für Urnenbestattungen, 25 Jahre für Beisetzungen mit Sarg – von der Friedhofsverwaltung gepflegt.

Auf dem Friedhof der Bebraer Kernstadt gibt es seit 2008 ein Gräberfeld für anonyme Urnenbestattungen. Von den rund 200 Plätzen sind bereits 32 belegt. Der Trend gehe erkennbar zum Urnengrab, sagt Sachbearbeiter Stefan Löffler.

Pflegefreie Urnengräber sind auch in der Stadt Heringen im Trend, anonyme Bestattungen allerdings ganz selten. Das hat Andrea Bürger von der Heringer Stadtverwaltung beobachtet. Gleichwohl wird auch in Heringen ein Feld für anonyme Urnengrabstätten vorgehalten. HINTERGRUND, ZUM TAGE/LOKALSEITE 2

Von Peter Lenz

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