Der Bildhauer Johannes Klüber fertig Lullus und Sturmius für Bad Hersfelder Kirche an

Urige Christenfiguren

Der Künstler und seine Kunstwerke: Bildhauer Johannes Klüber mit den Figuren von Lullus (vorn) und Sturmius in seinem Atelier in Hofbieber. Sie werden ab August in der katholischen Kirche in Bad Hersfeld zu sehen sein. Fotos: Christa Desoi

Hofbieber. Schon am Haus des Bildhauers Johannes Klüber in Hofbieber erkennt der Besucher schnell, dass der Künstler viel mehr kann, als traditionell schnitzen. Hinter dem großen Fenster ist schon von weitem seine „Emilia“ aus Bronze zu sehen – eine Homage an die Frau.

Ein junger Mann öffnet die Tür. Im ersten Moment ist man versucht zu fragen: Ist der Papa zu Hause? Aber doch es ist Johannes Klüber persönlich, der selbst schon drei Kinder hat: Anna (7), Greta Sofie (5) und Julius (3). Und dann beginnt das Staunen. Schnell wird klar: Hier wohnt einer, der Holz liebt. Holz in allen Variationen.

Mit geschickten Fingern

Der Künstler muss ein Holzkenner sein und geschickte Finger haben, um aus dem gewachsenen Hofbieberer Pflaumenstamm eine solche Skulptur zu kreieren. Satte Farben von hellem Beige und kräftiges Rhönrot strotzen dem Betrachter entgegen. Noch hat die Figur keinen Namen.

Seine „Emilia“ hingegen ist weithin bekannt. Sie entstand 2009 bei einer Reise in die norditalienische Partnerregion von Hofbieber in Tredozio im Kloster Monastero della SS. Annunziata. Heute steht die weit von Italien über Berlin nach Paris und zurück nach Hofbieber gereiste, unverkäufliche, zwei Meter zwanzig hohe „Emilia“ monumental im Raum.

Zum Verkauf indes steht ein Duplikat der Statue, das 199 Kilogramm schwer ist und aus Bronze gefertigt wurde. Der fächerartige Auslauf der Skulptur zeigt hoch in den Himmel. Das gibt der Skulptur eine gewisse Leichtigkeit, wie zum Abflug bereit. Oder wirkt der Fächer wie eine Antenne, die Inspirationen von oben aufnimmt?

Die Deutung mag jeder Betrachter selbst vornehmen. Ein Blick hinter die Kulissen lässt den einstigen, mächtigen, fast 300 Jahre alten Stamm erahnen, der nach dem Fall lange Zeit den Holzwürmern und Wettereinflüssen ausgesetzt war.

Einen Raum weiter in Klübers Haus sind Lullus und Sturmius für die katholische Pfarrkirche St. Lullus-Sturmius in Bad Hersfeld in Arbeit. Nach grobem Anlegen der lebensgroßen Skulpturen aus Lindenholz haucht Klüber zuerst den Gesichtern Leben ein. „So kann ich mit dem entstehenden Werk kommunizieren. Alles Weitere fügt sich dann wie von selbst“, sagt der Künstler.

Ab August in Hersfeld

Er wird zur Einweihung am 21. August in der St. Lullus-Sturmius Pfarrkirche anwesend sein. Da an diesem Tag auch das Pfarrfest stattfinden wird, bietet Klüber einen Aktionsstand und Aktivitäten für die Kinder an.

„Meditierend lasse ich mich voll und ganz auf jedes neue Werk ein“, erzählt Klüber wie er seine Kunstwerke schafft und beginnt. „Dabei entsteht eine Fülle an Ideen, die zu einer Einheit verdichtet wird. So bildet sich die Basis für mein endgültig zu schaffendes Werk.“

Bad Hersfeld kann sich freuen über diese urigen Christenfiguren, die da im im Atelier des Künstlers im Werden sind.

Von Christa Desoi

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