Aufführung in der Stiftsruine abgebrochen

Unwetter stoppt die Zauberflöte

Zum ersten Mal überhaupt musste eine Aufführung in der Stiftsruine wegen eines Unwetters abgebrochen werden. Foto:  Heinemann

Bad Hersfeld. Das hat es in der mehr als 30-jährigen Geschichte der Opernfestspiele in der Stiftsruine noch nie gegeben: Wegen eines Unwetters, das über Nordhessen tobte, musste am Mittwochabend eine Aufführung – „Die Zauberflöte“ – schon im ersten Teil des zweiten Aufzugs abgebrochen werden.

Die Zuhörer wurden von den Wetterereignissen völlig überrascht. Die Meteorologen hatten „nur vereinzelte Schauer“ vorausgesagt.

Unbeirrt

Als die ersten Regentropfen fielen, ließen sich weder die Solisten auf der Bühne noch das Orchester der Virtuosi Brunensis mit dem Dirigenten Professor Tilo Lehmann beirren. Sie spielten und musizierten tapfer weiter. Den Fackeln der Priester konnte der Regen nichts anhaben. Johannes Wollrab als Papageno und andere flochten zur Freude des Publikums improvisierend witzige Anspielungen auf die Ungunst des Wetters in die Texte ein. Als es stärker regnete, wurde die Aufführung zunächst unterbrochen. Die Sänger zogen sich unter die schützenden Mauern zurück, und die nahe der Bühne sitzenden Orchestermitglieder spannten die vorsorglich mitgebrachten Regenschirme auf.

Als die Niederschläge dann zum Wolkenbruch wurden, teilte Regisseur Hugo Wieg mit, dass die Vorstellung ganz abgebrochen werden müsse. Die Regenfront, die aus Richtung Kassel kam, sei 100 Kilometer lang, und die spiegelglatte Bühne sei unbespielbar.

Ersatz

Das Publikum reagierte unterschiedlich. Die meisten fanden sich mit dem Unvermeidlichen ab. Andere protestierten lautstark und verlangten ihr Geld zurück. Das ist freilich, wie der Arbeitskreis für Musik mitteilte, im Prinzip nicht vorgesehen. Wenn aber die Vorstellung am 24. August nicht ausverkauft ist, können als Kulanz an der Abendkasse gegen Vorlage der Mittwoch-Karten kostenlos Ersatzkarten abgeholt werden. (E. H.)

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