Neuer kulinarischer Rundgang: Michael Adam erklärt in Kutte die Stadt-Geschichte

Unterwegs mit dem Mönch

Ein Überblick: Michael Adam erklärt den Teilnehmern der kulinarischen Stadtführung am Relief auf dem oberen Rathausplatz, wo sie sich befinden, und wo der Rundgang entlang führen wird. Auch eine kurze Geschichte zur Stadtmauer gibt es zu hören. Fotos: Rössing

Bad Hersfeld. In die Kutte eines Benediktinermönchs gehüllt führt Michael Adam neuerdings Besuchergruppen durch die Stadt. „Bad Hersfeld wurde von den Benediktinern gegründet. Diese haben unsere Stadt etwa 800 Jahre lang entscheidend mitgeprägt“, erklärt er den Zuhörern seine ungewöhnliche Bekleidung. Auch andere prägende Persönlichkeiten, wie Sturmius und Lullus, gehörten dem Orden an. Gemeinsam mit dem Kurbetrieb hat Adam vor diesem Hintergrund ein neues touristisches Angebot erarbeitet.

Unter dem Titel „Kulinarische Stadtführung“ soll sich die gastliche Seite Bad Hersfelds mit den historischen Besonderheiten verbinden. Lokale Produkte wie Stracke und das Lullusfeuer erwarten die Besucher. Das kulinarische Angebot soll sich aber immer auch an der jeweiligen Jahreszeit orientieren. Die neue Stadtführung soll es in zwei verschiedenen Varianten geben (siehe Hintergrund).

Der Rundgang durch die Innenstadt und den Stiftsbezirk startet bei Variante eins der Tour in der Weingalerie von Juan Trivino an der Stadtkirche. Nach einem Begrüßungstrunk wird die erste Station des Rundgangs angesteuert: Die älteste Uhr der Stadt.

Fakten und Anekdoten

Dies ist übrigens nicht, wie mancher vermuten könnte, die Kirchturmuhr, sondern eine Sonnenuhr, die kaum sichtbar in einen Pfeiler der Stadtkirche eingraviert ist. Weiter geht es über den oberen Rathausplatz und durch die Fußgängerzone zum Linggplatz.

Adam, der die Tour meistens selbst führen wird, erklärt kompetent die geschichtlichen Fakten und fügt Anekdoten aus seiner eigenen Erinnerung ein. Etwa über das Verkehrschaos, das in der Innenstadt herrschte, bevor sie in den 1970er-Jahren autofrei wurde. Die Geschichte der Stadtgründung wird dann am Linggdenkmal deutlich: 754 wurde Lullus Nachfolger von Bonifatius und gründete das Kloster Hersfeld, das eine rasche Blüte nahm.

An der Stiftsruine, der größten romanischen Kirchenruine nördlich der Alpen mit ihrem Katharinenturm angekommen, erzählt Adam, wie die alte Kirche zur Ruine wurde. Auch Interessantes über den Alltag der Benediktinermönche erfährt der Besucher.

Im Café Landlust erwarten die Teilnehmer dann Kaffee und Kuchen. Einen kurzen Halt macht die Gruppe noch am Mückenstürmer-Denkmal bevor über den Marktplatz wieder die Weingalerie angesteuert wird.

Nach einer kleinen Stärkung geht es zum Rathaus und in die Stadtkirche, in der schon Martin Luther predigte. Bei Stracke, Brot und einem Lullusfeuer können die Besucher den Tag dann im Abtschlösschen gemeinsam ausklingen lassen.

Kontakt: Die Führungen können in Kürze über die Homepage der Stadt Bad Hersfeld gebucht werden: www.bad-hersfeld.de

HinterGrund REchts

Von Sarah Rössing

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