Pilgern von Worms zur Wartburg durch den Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Unterwegs auf Luthers Spuren

Erste Schritte auf dem Lutherweg: Im September 2009 testete ein langer Pilgerzug das erste Teilstück des Lutherweges zwischen Bodesruh und Friedewald – und das Kreuz zog voran. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Pilgern ist „in“. Spätestens seit Hape Kerkeling „dann mal weg war“, brechen immer mehr Menschen auf, um beim Pilgern auf stillen Pfaden, den Weg zu sich selbst zu finden.

Einer der berühmtesten Pilger der Kirchengeschichte soll nun in unserer Region gewürdigt werden. Der Reformator Martin Luther war im Jahre 1521 vom Reichstag in Worms kommend zur Wartburg unterwegs. Station soll er damals auf dem Eichhof gemacht haben, und nach einer mitreißenden Predigt in der heutigen Stiftsruine konvertierte ganz Hersfeld zum Protestantismus.

Kurze Hessen, langer Weg

An ihn soll nun der Lutherweg erinnern, der über 300 Kilometer Eisenach mit Worms verbinden wird. Ein gemeinnütziger Verein und die evangelische Kirche treiben seit gut zwei Jahren das Projekt in unserer Region voran. Der mit einem „L“ beschilderte Lutherweg folgt in weiten Teilen dem alten Handelsweg „Kurze Hessen“. Von Alsfeld kommend führt er durch Breitenbach, Niederaula, den Eichhof und das Stadtgebiet Bad Hersfeld, Friedewald, Wildeck und Heringen. Das Thüringer Gebiet wird bei Berka/Werra erreicht, von dort geht es nach Eisenach zur Wartburg.

Tourismusexperten rechnen während der Lutherdekade und vor allem im Jahr 2017, wenn sich der Thesenanschlag zum 500. Mal jährt, mit Besucherströmen aus aller Welt. Deshalb werden auch jetzt schon Pilgerführer und Pilgerquartiere entlang des Weges gesucht, denn die Initiatoren sind fest davon überzeugt, dass der Weg auch touristisch und somit wirtschaftlich ein Erfolg wird.

Luther selbst mag das Treiben seiner heutigen Jünger mit einer gewissen Verwunderung beobachten. Denn er selbst mochte das Wandern nicht: „Herr, ich bin ein fauler Esel, darum komme ich, dass du mir hilfst und mein Herz entzündest“, soll er einst gesagt haben.

Die Pilger der Neuzeit hält das freilich nicht von ihrem ehrgeizigen Projekt ab. Wohlwissend, dass der längste Weg immer mit dem ersten Schritt beginnt.

Von Kai A. Struthoff

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