250 Dinge, die wir an der Region mögen: Wandern im Seulingswald – Teil 6 der neuen Serie

Unterwegs auf historischen Pfaden

Fügt sich in die Natur ein: Die Ruine der 700 jahre alten Gießlingskirche. Das Gebäude war einst Teil der ehemaligen Siedlung „Gosselndorf“ und wurde 1363 eingeweiht. Foto:  Manns/nh

Friedlos. Man braucht nicht weit zu fahren, um in der Region Ruhe und frische Waldluft zu genießen. Die Wanderwege im Seulingswald sind dafür bestens geeignet. Von Westen kommend über den Friedloser Bahnübergang und die Fuldabrücke fährt man bis zum Waldrand am Wertholzlagerplatz. Dort kann der Pkw abgestellt werden. Von hier aus geht es, vorbei an der „Richterhütte“, zur Fliegergedenkstätte.

Dieses Mahnmal wurde zum Gedenken an eine der größten Luftschlachten des Zweiten Weltkrieges errichtet und im August 1990 eingeweiht. Im Luftraum zwischen Bad Hersfeld und Eisenach waren am 27. September 1944 30 amerikanische „Liberator“- Bomber und 29 deutsche Jagdflugzeuge abgestürzt. Über 130 Soldaten kamen ums Leben.

Noch ein Fliegerdenkmal

Ein weiteres Fliegerdenkmal befindet sich im Meckbacher Forst. Dort wurde am 13. September 1944 bei einem Luftkampf mit alliierten Jagdflugzeugen über dem Meckbacher Waldgebiet eine deutsche Jagdmaschine mit dem Pilot Herbert Zimmermann abgeschossen, der dabei ums Leben kam. Der Gedenkstein – ein Findling, den Zimmermanns Vater beschaffte – wurde vom damaligen Steinmetzmeister Heinrich Vieth aus Friedlos beschriftet und an der Stelle des Absturzes aufgestellt.

Weiter führt der Wanderweg an der Abfallentsorgungsanlage des Kreises Hersfeld-Rotenburg vorbei bis zum „Metzenkreuz“ mit der sogenannten „Amihütte“. Diese hat ihren Namen aus der Zeit des Kalten Krieges, als noch amerikanische Streitkräfte in Bad Hersfeld stationiert waren und im Seulingswald Panzermanöver fuhren. Dort lädt vor dem Mahnmal „Rettet den Seulingswald“ mit der „Panzereiche“ eine Ruhebank zum Verweilen und Rasten ein.

Weiter führt der Weg zur „Auerhahnkreuzung“, wo der geübte Wanderer die Qual der Wahl hat, in welche Richtung er weiter laufen möchte. Zwei Wege führen nach Kathus. Entweder rechter Hand zum Kathuser Seeloch oder geradeaus direkt zum ehemaligen Forsthaus Kathus und in den Ort. Wanderer, die sich für die zweite Möglichkeit entscheiden, führt der Weg nach Meckbach. Wenn sie aber nach 1,2 Kilometern rechts abbiegen gelangen, sie zur 700 Jahre alten Ruine der „Gießlingskirche“. Diese gehörte zur damaligen Siedlung „Gosselndorf“ und wurde im Jahr 1363 eingeweiht.

Beschilderung mangelhaft

Die Wald- und Feldwege des Seulingwalds sind alle gut ausgebaut, die Beschilderung kann jedoch bei ortsfremden Wanderern für Verwirrung sorgen. Eine Nachbesserung ist hier dringend erforderlich.

Trotzdem bietet der Seulingswald viele Möglichkeiten: Wandern, Joggen oder Radfahren – alles ist dort möglich. Das Auto sollte man allerdings auf dem Parkplatz abstellen. Denn, bis auf die Zufahrt zur Deponie, sind alle Waldwege für Kraftfahrzeuge gesperrt.

Von Gerhard Manns

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