Hausarztakademie: Sechs Mitglieder in Ausbildung zum Allgemeinmediziner

Unterstützung für Nachwuchs

Hersfeld-Rotenburg. Um das Nachfolgeproblem bei den Hausärzten langfristig anzugehen, ist vor drei Jahren die Hausarztakademie vom Landkreis Hersfeld-Rotenburg, dem Klinikum Bad Hersfeld, dem Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg, dem KKH Rotenburg und einigen niedergelassenen Ärzten in Zusammenarbeit mit dem hessischen Hausärzteverband gegründet worden.

„Ganz gut angelaufen“

Laut Corinna Zehender, die beim Landkreis für das Projekt zuständig ist, ist die Hausarztakademie auch „ganz gut angelaufen“. Einen konkreten Übernahmeerfolg gibt es allerdings noch nicht zu vermelden, da die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner beziehungsweise Facharzt fünf Jahre dauert, die Akademie aber eben erst seit drei Jahren besteht. Sechs Mitglieder auf Weiterbildungsstellen hat die Akademie derzeit, zwei Praxis-Übernahmen sind in Planung.

Für Dr. Martin Ebel, Sprecher der Hausärzte im Landkreis und Vorsitzender der Hausarztakademie, ist es schon ein Erfolg, dass sich Ärzte und Kliniken gemeinsam an einen Tisch gesetzt und Ziele definiert haben. „Dabei handelt es sich um einen langfristigen Prozess“, erklärt Ebel, warum es zum jetzigen Zeitpunkt noch schwierig sei, über den Erfolg des Projekts zu urteilen. „Wir müssen über viele Jahre hinaus denken“, so Ebel.

Rahmenbedingungen

„Unser Beruf ist nach wie vor wunderbar und attraktiv“, sagt Ebel. Das Problem seien die Rahmenbedingungen, für die er das Gesundheitssystem und die Krankenkassen verantwortlich macht. Wenn sich in dieser Hinsicht nichts ändere, gebe es in ein paar Jahren nur noch ein paar Hausärzte, ein paar Fachärzte und Kliniken, „die es dann stemmen müssen“.

Betreuung bei Niederlassung

In der Hausarztakademie sollen interessierte Studenten schon während des Studiums Kontakt zu einem erfahrenen, niedergelassenen Kollegen als Mentor aufnehmen, um eine optimale Weiterbildung nach individuellen Wünschen im Rahmen der Weiterbildungsordnung zu planen und auch umzusetzen. Weiterhin wird dem Nachwuchs unter anderem die Betreuung in den ersten Jahren der Niederlassung, insbesondere im Umgang mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen, bis zur erfolgreichen betriebswirtschaftlichen Führung der eigenen Praxis angeboten.

Laut Zehender bemühe man sich derzeit auch darum, in ein neues Förderprogramm des Landes Hessen aufgenommen zu werden. (nm)

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