Trotz Verbot des Bürgermeisters

Festspielensemble kämpft für Intendant Freytag: Unterschriften statt Bürgerbegehren

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Sascha Luder sammelt nach dem Auftritt des Musical-Ensembles in der Philippsthaler Kreuzberghalle Unterschriften gegen die Entlassung des Intendanten.

Bad Hersfeld. Weil ein Bürgerbegehren gegen die Kündigung von Festspiel-Intendant Holk Freytag rechtlich nicht möglich ist (wir berichteten), sammeln die Schauspieler jetzt Unterschriften. Die Unterzeichner bitten damit den Magistrat der Stadt Bad Hersfeld, die Kündigung des Intendanten zurückzunehmen. Gleichzeitig wird der Magistrat aufgefordert, den Dialog mit dem Intendanten konstruktiv wieder aufzunehmen.

Bürgermeister Thomas Fehling hatte dem Ensemble untersagt, nach den jeweiligen Aufführungen in der Stiftsruine ihre Solidarität mit dem Intendanten zu bekunden, und sich dabei auf das Arbeits- und Hausrecht gestützt. Deshalb haben die Schauspieler gestern Abend vor der Maria-Stuart-Aufführung vor der Ruine und auch bei der Musical-Gala in Philippsthal Unterschriften gesammelt. Allein in Bad Hersfeld sollen nach Auskunft des Ensembles rund 1200 Unterschriften zusammengekommen sein.

Ulrich Khoun

Rückendeckung erhält Holk Freytag unterdessen auch von Prof. Ulrich Khuon, dem Vorsitzende der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenverein und Intendanten des Deutschen Theaters Berlin, sowie von Holger Schultze, dem Vorsitzenden des Künstlerischen Ausschusses des Deutschen Bühnenverein und Intendanten des Theaters und Orchesters Heidelberg. In einem offenen Brief fordern die beiden prominenten Theatermacher Bürgermeister Thomas Fehling mit Nachdruck dazu auf, die fristlose Kündigung Holk Freytags als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurückzunehmen.

Holger Schulze

„Der Vorwurf an Holk Freytag, bei der Vorlage des Spielplans für 2015 den Haushaltsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung missachtet zu haben, entbehrt jeglicher juristischer Grundlage“, heißt es darin. Bereits vor der entscheidenden Sitzung des Magistrats habe Holk Freytag einen überarbeiteten Entwurf vorgelegt, in dem die von der Stadtverordnetenversammlung verlangte Einsparung in Höhe von 400 000 Euro unter anderem durch die Auswechslung einer Neuproduktion und die Hereinnahme zweier Wiederaufnahmen finanziell vollständig erfüllt waren.

Dieser Einsparvorschlag liegt auch der Hersfelder Zeitung vor.

Den offenen Brief im Wortlaut finden Sie hier. (kai)

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