Termine für Fortbildungen werden von Veranstalter festgelegt

Unterricht fällt aus, weil Lehrer lernen

Hersfeld-Rotenburg. Es ist ein Aufreger unter Eltern: Lehrkräfte werden während der Unterrichtszeit fortgebildet, der Unterricht fällt aus. Muss das sein? Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamtes in Bebra, weist auf die Schwierigkeiten des gerade auch landesweit diskutierten Themas Lehrerfortbildung hin. Sie haben mit Geld zu tun.

Weil es in ihrer Behörde kein Geld mehr für Fortbildungsveranstaltungen gibt, wird zunehmend auf externe Angebote zurückgegriffen. Stimmtraining für Lehrer zum Beispiel wurde über den Medical Airport Service aus Frankfurt kostenlos angeboten. Auch Programme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung waren bislang kostenfrei. Das Problem: Die Termine konnte man sich nicht aussuchen. Die werden von den Referenten vorgeben – also auch mal vormittags oder ganztägig.

Ähnlich sei es auch bei Fortbildungen, die das Kultusministerium verlangt: Am Seminar „Kompetenz orientiertes Unterrichten“, das mit den neu vorgegebenen Bildungsstandard zusammenhängt, müssen ganze Fachlehrergruppen teilnehmen. Der Fortbilder selbst wird nur für einen Tag dafür freigestellt, alle anderen müssen ihm dann folgen, berichtet Hofmann.

Die Schulamtsleiterin kann den Unmut der Eltern verstehen, erklärt aber, dass grundsätzlich versucht werde, die Weiterbildung in unterrichtsfreie Zeit zu legen. Schwierig, weil zum Beispiel inzwischen fast überall Nachmittagsunterricht stattfindet.

Zentraler Fortbildungstag

Für die Ferien kann sie sich vorstellen, dass es zentral einen Fortbildungstag geben sollte. Dazu müssten aber landesweit attraktive Angebote unterbreitet werden. Ähnliches gilt für Wochenende. Wenn das Angebot stimmt, so hat Hofmann festgestellt, kommen die Lehrkräfte auch am Wochenende. „Wir brauchen auch eine andere Kultur, einen anderen Willen zur Fortbildung.“ “  Hintergrund, Zum Tage

Von Silke Schäfer-Marg

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