Keine Ablenkung mehr durch private Smartphone-Nutzung

Unternehmen im Kreis setzen auf Handyverbot

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Bad Hersfeld. Längst hat das Smartphone Einzug in die Arbeitswelt gehalten. Mit Nachteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und sogar mit Suchtgefahr, wie Medienpädagoge Patrick Durner von der hessischen Landesstelle für Suchtfragen meint.

Einige Unternehmen im Kreis stimmen dem Experten zu und reglementieren daher die Handynutzung ihrer Mitarbeiter.

Die VR-Bank Hersfeld-Rotenburg zum Beispiel erlaubt keine privaten Smartphones am Arbeitsplatz, für den Kundenkontakt wird den Mitarbeitern ein Diensthandy zur Verfügung gestellt, berichtet Roland Englich, Marketingleiter bei der VR-Bank. Dieses Vorgehen begrüßt Durner: Mit der Nutzung des Telefons für private Kontakte verstreiche nicht nur wertvolle Arbeitszeit. „Wenn Mitarbeiter durch Nachrichten abgelenkt werden, können etwa beim Bedienen von Maschinen Unfälle passieren – oder Fehler“, erklärt der Medienpädagoge. Fehlende Konzentration zum Beispiel bei der Überweisung von hohen Geldbeträgen könne verheerende Folgen im Bankwesen haben.

Auch bei Amazon in Bad Hersfeld sind private Handys verboten, erklärt Standortleiter Norbert Brandau. Ausgenommen sind Kantine, Umkleideräume und Raucherbereich. Der Grund für das Verbot bei Amazon ist nicht nur die Angst vor Unproduktivität, sondern auch die Angst vor Verwechslung. Im Logistikzentrum lagern für den Verkauf gedachte Smartphones und die sollen von den Mitarbeitern nicht fälschlicherweise für das eigene gehalten und eingesteckt werden.

Doch es gibt auch Betriebe im Kreis, die kein Regelwerk zur privaten Handynutzung ihrer Mitarbeiter haben. Der Autozulieferer Continental in Bebra zum Beispiel. Dort setzt man darauf, „dass eine Nutzung nicht zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsleistung führt“, heißt es von dem Unternehmen. (fis)

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