Der Kulturausschuss besichtigt das Museum und trifft keine Entscheidungen

Unterm Strich alles vage

Bad Hersfeld. Die Bad Hersfelder Stadtpolitik bewegt sich zur Zeit gerne im Ungefähren. So war es auch am Mittwoch, als sich der Kulturausschuss der Stadtverordnetenversammlung mit der Zukunft des Museums im Stift beschäftigte: Am Ende der Sitzung hatte man die Räumlichkeiten besichtigt, hatte über das „Konzept“ von Bürgermeister Thomas Fehling diskutiert, die eine oder andere zusätzliche Idee ins Gespräch gebracht und anderes verworfen – doch entschieden wurde wieder einmal nichts. Und nicht einmal dazu, sich über eine gemeinsame Zielrichtung zu verständigen, hatte es gereicht.

„Unterm Strich ist alles sehr vage und aus meiner Sicht nicht ausgegoren“, bekannte Vorsitzender Dr. Thomas Handke, musste sich allerdings vom Ersten Stadtrat Dr. Rolf Göbel, der den urlaubenden Bürgermeister vertrat, auch sagen lassen, dass der Sinn eines Ausschusses schon darin liege, Beschlüsse des Parlaments auf den Weg zu bringen.

Zur Ehrenrettung Handkes und der Ausschussmitglieder muss jedoch gesagt werden, dass sich eine Entscheidungsfindung auf schwammigem Untergrund bewegt hätte: Auch die Überlegungen des Bürgermeisters zur wirtschaftlicheren Nutzung der Museums-Räume im Zusammenwirken mit den Festspielen sind ja bisher nur freihändig geäußert worden, mit der Intendanz nicht abgesprochen und einen Beschluss des Magistrats gibt es dazu auch nicht (unsere Zeitung berichtete). Der Kapitelsaal als Abendkasse und Sponsoren-Lounge während der Festspielzeit, der Galerieraum im Dachgeschoss als Umkleide und der Umzug der Festspielverwaltung ins Fruchtmagazin – all das ist angedacht, aber auch nicht mehr.

Das gilt genauso für den sogenannten „Kulturhof“ neben der Hochbrücke, der nicht mehr als eine Idee ist, die wegen des Standortes noch dazu nicht vielen gefällt. Immerhin könnten dort die Kutschen aus der gegenwärtigen Ausstellung untergebracht werden, die ab Herbst der neuen Festspiel-Abteilung weichen sollen.

In einem Punkt wurde der Vorsitzende dann aber doch noch deutlich: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Kunst und Kultur eingeschränkt werden.“

Von Karl Schönholtz

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