Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck bei Landesgartenschau in Schmalkalden

Unterm Himmelszelt

Architektonisches Kleinod: Vom Bad Hersfelder Architekturbüro Dorbritz ist das „Himmelszelt“ für die Kirche entstanden. Foto: nh

Schmalkalden. Auf der 3. Thüringer Landesgartenschau in Schmalkalden ist auch die evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck vertreten. Betritt man das Gelände vom Eingang her, so fällt der Blick sogleich auf ein architektonisches Kleinod, das eigentlich gar nicht so klein ist: Acht Meter ragt das „Himmelszelt“ in die Höhe, das vom Bad Hersfelder Architekturbüro Dorbritz extra für die Landesgartenschau entworfen wurde.

„Es ist ein wunderbares Gefühl, im Inneren des Zeltes zu stehen und hinauszuschauen auf die Wiese mit den tausenden von Blumen, die empor sprießen“, beschreibt Pfarrerin Imke Leipold die Atmosphäre. Auch wenn ab und zu ein Windstoß die Blumenvasen vom Altar wehe, schwärmten die Gästebegleiter vor Ort: „Hier weht ein guter Geist am Himmelszelt“.

Das Motto der Landesgartenschau in Schmalkalden lautet „Gartenzeitreise“. Daran lehnt sich die kirchliche Präsenz unter dem Motto „Lebenszeitreise“ an (HZ berichtete). „Öffne die Koffer unserer Lebenszeitreise“, steht auf den Aufstellern am Wegesrand, die auf die vielen Koffer rund um das Himmelszelt verweisen. Jeder Koffer birgt eine andere Geschichte und ist von einer anderen Person gepackt. Die meisten Koffer kommen aus dem Kirchenkreis Hersfeld und Pfarrerin Imke Leipold hat sie mitgebracht zur Landesgartenschau.

Bei einigen Besuchern ist zu spüren, wie sie zögern und sich fragen, welche Geschichten stecken in den Koffern? Manche werfen nur einen raschen Blick hinein und gehen schnell weiter, andere verharren, lesen die Texte genau, kommen ins Gespräch und nehmen mit Entzücken die kleinen Papierköfferchen mit, in deren Innern ein Segensspruch steht. Dann gehen sie weiter auf ihrer Lebenszeitreise und Gartenzeitreise.

Imke Leipold ist oft mit dem „Aufräumen und Sortieren“ der Koffer beschäftigt. Ein Besucher habe sich schon Gedanken gemacht, dass die Medikamente aus dem „Apothekenkoffer“ zum Thema Krankheit und Heilung entwendet werden könnten, aber ihm wurde versichert, dass die Packungen richtig fest verklebt seien. Weniger gut gesichert waren hingegen die Handschellen im Koffer eines Gefangenen. „Und es klingt verrückt, aber ausgerechnet die Handschellen sind das einzige Utensil, das bisher verschwand“, verrät Leipold.

Mit Konzerten, Theaterstücken, Andachten und Gottesdiensten soll das Leben am Himmelszelt bis zum 4. Oktober abwechslungsreich bleiben. Insgesamt seien schon 2500 Menschen allein zu den Andachten und Gottesdiensten gekommen. Am Pfingstsonntag wird die Pröpstin des Sprengels Hersfeld, Sabine Kropf-Brandau, den Gottesdienst um 12 Uhr am Zelt halten. Für die Fahrt zur Landesgartenschau am Donnerstag, 11. Juni, ist ein zweiter Bus bestellt worden, in dem noch Plätze frei sind. Anmeldungen nimmt Pfarrerin Leipold an: imke.leipold@ekkw.de, Telefon 06621/ 12897). (red/nm)

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