Außenstelle der Bewährungshilfe am Landgericht Fulda zog in neue Räume am Amtsgericht

Unter einem Dach

Die neue Präsidentin des Landgerichts Fulda, Ruth Schröder (Dritte von links), überzeugte sich selbst, dass die Bewährungshilfe in ihren Räumen im Amtsgericht Bad Hersfeld gut untergebracht ist. Unser Bild zeigt sie mit den Bewährungshelfern Manuela Riebel, Hendrik Mawick, Frank Stöhrmann, Ingrid Rüger, Carola Kasmierczak und Horst Höck (von links) sowie Amtsgerichtsdirektor Hermann Eimer (Zweiter von rechts). Foto:  Zacharias

Bad Hersfeld. Unterm Dach des Amtsgerichts Bad Hersfeld arbeitet jetzt auch die Hersfelder Außenstelle der Bewährungshilfe am Landgericht Fulda. Gestern weihte die neue Präsidentin des Landgerichts, Ruth Schröder, die neuen Räume gemeinsam mit Amtsgerichtsdirektor Hermann Eimer ein.

Eimer erzählte von der langen Baugeschichte des Hauses. Beim Neubau des Amtsgerichts, der 1987 begann, sei das Dachgeschoss als stille Raumreserve für einen späteren Ausbau angelegt worden. Im Zuge des Leitgedankens, alle Einrichtungen der Justiz unter einem Dach zusammenzuführen, sei zunächst das Arbeitsgericht in den sanierten Altbau des Amtsgerichts eingezogen. Da inzwischen auch das Amtsgericht zusätzliche Räume benötige, sei vor einigen Jahren der Ausbau des Dachgeschosses ins Auge gefasst worden. Er begann 2009 und wurde im Dezember vergangenen Jahres fristgerecht abgeschlossen.

Das ausgebaute Dach teilen sich nun das Gericht und die Bewährungshilfe. Aus Sicherheitsgründen wurde jedoch für die Betreuung der straffällig gewordenen Männer und Frauen ein separater Eingang mit einem eigenen Treppenhaus gebaut.

Überwiegend Männer

Drei feste Bewährungshelfer und mehrere ambulante, die von Fulda aus nach Bad Hersfeld kommen kümmern sich unterm Dach des Gerichts nun um 229 Probanden und Probandinnen, überwiegend Männer. Sie sind entweder erstmals zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, die deshalb zur Bewährung ausgesetzt wurde oder wurden vorzeitig aus der Haft entlassen und müssen nun für eine festgesetzte Frist beweisen, dass sie auch ohne Straftaten zurechtkommen. Dabei werden sie von den Bewährungshelferinnen und -helfern unterstützt. Probleme sind oft Überschuldung, Alkohol- oder Drogensucht, Beziehungs- und Erziehungsfragen oder die Suche nach Wohnung und Arbeit.

Die Arbeit finde im Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle statt, stellte Landgerichtspräsidentin Schröder fest. Sie legte den Bewährungshelfern die Arbeit im Team ans Herz, auch wenn sie überwiegend als Einzelkämpfer tätig seien. Schröder wies zudem auf neue Aufgabenbereiche wie das Sicherheitsmanagement für Sexualstraftäter oder die elektronische Fußfessel hin.

Von Christine Zacharias

Kommentare