Diskussion spitzt sich zu – FWG-Politiker: Kritiker haben Recht bekommen

Unmut über Müllverbrennung

Hersfeld-Rotenburg. Slowenischer Müll heizt nicht nur in der Müllverbrennungsanlage in Heringen ein – wir berichteten – sondern heizt auch die Gemüter weiter an. Diese Meinung vertritt Dr. Kurt Schreiner, Abgeordneter der FWG im Kreistag, in einer Pressemitteilung.

„Diese unglaubliche Nachricht – die Entfernung zwischen Heringen und Slowenien beträgt etwa 830 Kilometer – überführt erneut Vertreter der Wirtschaft und der Politik der Unredlichkeit“, sagt Dr. Schreiner. Was Kritiker der Müllverbrennung in Heringen unter Hinweis auf die regional nicht ausreichende Müllmenge immer prophezeit hätten, was von der kapitalgetriebenen Müllindustrie und ihren Interessenvertretern – auch auf politischer Ebene – aber stets abgestritten worden sei, werde noch schneller Realität, als befürchtet.

Müllmenge reicht nicht aus

Dr. Schreiner bezieht sich dabei auf die Äußerung des Geschäftsführers der Heringer Anlage, Dr. Rolf Borghardt, der schon kurz nach Inbetriebnahme der Anlage festgestellt habe, E.ON müsse von seiner ursprünglichen Aussage Abstand nehmen, keinen Mülltourismus zuzulassen, weil die Müllmenge nicht ausreiche. „E.ON hat hiermit den deutlichen Nachweis geführt, daß die Planung der Anlage auf unrealistischer Basis erfolgt ist“, sagt Dr. Schreiner.

Entlarvend sei auch die lapidare Aussage von Bürgermeister Hans Ries, der Wertstoff sei eben knapp. „Dass Problemmüll aus dem Ausland in Deutschland verbrannt wird, ist in meinen Augen keine gute Nachricht – dieses Vorgehen kann kein gangbarer Weg sein“, findet der FWG-Sprecher.

Man rede damit die Umwandlung des Landes zu einem gigantischen Müllofen geradezu herbei, anstatt andere Länder in die Pflicht zu nehmen. „Der Import von Müll kann weder wirtschaftlich noch politisch und schon gar nicht umweltbezogen eine vernünftige Lösung für unser Land sein“, erklärt Dr. Schreiner. (pgo)

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