Edda Pastor und Patrik Fichte greifen das Thema reife Frau und jüngerer Partner auf

Ungleiche Paare

Edda Pastor, eine sehr schöne Frau mit großer Ausstrahlung, und der attraktive Patrik Fichte, der auf den „Kreuzfahrten ins Glück“ den Hochzeitsplaner mimt, überzeugten ihr Publikum in Bad Hersfeld voll und ganz. Foto:  Schmidl

Bad Hersfeld. „Endlich mal wieder in Bad Hersfeld“, freute sich Edda Pastor, die in acht Spielzeiten bei den Festspielen mitwirkte und 1975 gemeinsam mit Walter Giller Hersfeld-Preisträgerin war. Anlass ihres Besuches an der Seite ihres Schauspielkollegen Patrik Fichte war eine Matinee, zu der die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine am Sonntag in die Aula der Konrad-Duden-Schule eingeladen hatte.

Vorsitzender Helgo Hahn freute sich über den außerordentlich guten Besuch und das große Interesse an den „Begegnungen“ mit leidenschaftlichen, aber ungleichen Liebespaaren aus der Vergangenheit. „Wir lesen ausschließlich Originaltexte und haben nichts dazu gedichtet“, betonte Patrik Fichte, der in der Lechtenbrink-Ära mehrfach auf der Festspielbühne stand und für den finsteren Tybald in „Romeo und Julia“ mit dem Hersfeld-Preis ausgezeichnet wurde. Inzwischen lässt er als vielseitiger Fernsehschauspieler besonders die Frauenherzen höher schlagen.

Aktueller denn je

Das Programm rund um das zentrale Thema reife Frau und jüngerer Lebensgefährte nach einer Idee von Edda Pastor ist nicht neu, sondern wurde erstmals 1995 in Bad Hersfeld präsentiert. Aber es ist zwölf Jahre später ebenso pikant wie spannend und aktueller denn je. Originalbriefwechsel, Gedichte und Tagebucheinträge der Liebespaare Else Lasker-Schüler und Gottfried Benn, Alma Mahler und Franz Werfel sowie Lou Andreas-Salomé und Rainer Maria Rilke gewähren dabei einen tiefen Einblick in die von großer Anziehungskraft geprägten Beziehungen mit Höhen und Tiefen, wobei die meisten letztendlich zum Scheitern verurteilt waren.

Eine der bekanntesten Liebesgeschichten ist die von der Schriftstellerin George Sand und Frederic Chopin. Die Zigarre rauchende Frau in Männerklamotten ist sofort von dem zerbrechlichen, sensiblen und zuweilen wehleidigen Komponisten begeistert und fest entschlossen, ihn zu erobern. In der damaligen Pariser Gesellschaft war man sich einig, dass es nicht viele Paare gab, die in ihrer Ungleichheit so wenig für das tägliche Beisammensein geschaffen waren wie diesen beiden. Die Beziehung hielt trotzdem oder gerade deswegen neun Jahre.

Gefühlvoll und glaubwürdig präsentierten Edda Pastor und Patrik Fichte ihr eineinhalbstündiges Programm, das von dem Klavierpädagogen Wolfgang Möller musikalisch aufgelockert wurde. Das überwiegend weibliche Publikum genoss den Einblick in die Seelen der Liebenden sichtlich und bedankte sich mit begeistertem, lang anhaltendem Applaus bei den charmanten Akteuren auf der Bühne.

Von Gudrun Schmidl

Kommentare