Bürgerinitiative warnt die Stuttgarter

„Unethisches Millionengrab“

Bad Hersfeld. Die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Stadtwald“ hat sich mit einem mehrseitigen Schreiben an Entscheidungsträger in Stuttgart gewandt, um klarzustellen, dass die von den Stadtwerken Stuttgart getätigte Investition aus Sicht der BI sowohl unethisch, als auch mit Risiken behaftet ist. Den Stuttgarter Steuerzahlern drohe ein Millionengrab, so BI-Sprecher Markus Gressmann.

Adressaten waren der Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, der Stadtkämmerer und der erste Bürgermeister Stuttgarts, die Fraktionsvorsitzenden der in der Stuttgarter Gemeindevertretung vertretenen Parteien, einige Landtagsabgeordnete in Baden-Württemberg sowie erneut die Aufsichtsratsmitglieder der Stuttgarter Stadtwerke. Die Stadtwerke haben den noch im Bau befindlichen Windpark im Bad Hersfelder Stadtwald für 28 Millionen Euro von Abo Wind übernommen, die sechs Anlagen sollen noch 2014 in Betrieb gehen (wir berichteten).

„Sechs dieser riesigen Windanlagen werden in Zukunft zahlreiche Menschen unmittelbar bedrängen und belasten und haben bereits jetzt eine großflächige Naturzerstörung zur Folge“, heißt es in dem Schreiben der BI. Und weiter: „Die Stadtwerke erhoffen sich durch diese Investition eine lukrative Geldanlage sowie einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende. Bedauerlicherweise werden beide Ziele nicht erreicht – im Gegenteil.“

Weiterhin führen die Unterzeichner an, dass das Projekt ohne die Bürgerbeteiligung stattgefunden habe und es eines der wenigen Naherholungsgebiete zerstöre. „Die vom Unternehmen Abo Wind behauptete Windhöffigkeit und die zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit so wichtige Prognose der Volllaststunden hat ein von der Bürgerinitiative beauftragter neutraler Gutachter völlig anders bewertet“, argumentiert die BI.

Abo Wind reagiert gelassen

Abschließend bleibe die Frage: „Darf eine 300 Kilometer entfernte Stadt ihr ökologisches Gewissen auf Kosten der ländlichen Bevölkerung befriedigen?“ Den Adressaten empfehlen die Windpark-Gegner zudem, die Kaufverträge „noch einmal genauestens anzuschauen, welche Risiken hier verschwiegen wurden“.

Bei Abo Wind reagiert man gelassen auf die Vorwürfe. „Wir verschweigen grundsätzlich keine Risiken, damit würden wir uns ins eigene Fleisch schneiden“, so Alexander Koffka, Mitglied der Geschäftsleitung. Er gehe außerdem davon aus, dass die Investoren ihre Projekte gründlich prüfen. Für Gespräche mit Bürgern sei man nach wie vor offen. Alles lasse man sich aber nicht gefallen. (red/nm)

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