Unbeweglichkeit, Spannung und Sprachlosigkeit

Karl Schönholtz

Sport & Show in Rotenburg – wer das vor ein paar Jahren auch nur laut gedacht hätte, wäre als Phantast bezeichnen worden. Nie, nie, nie würde sich Bad Hersfeld dieses Event entgehen lassen, hätte man solchen Überlegungen gleich den Riegel vorgeschoben. Doch nun ist es passiert – zumindest für ein Jahr wird der Zuschauermagnet in der Nachbarstadt gastieren, und dort wohl auch bessere Rahmenbedingungen vorfinden als in der Waldhessenhalle. So ganz überraschend kam der Umzug nicht, und ich werde das Gefühl nicht los, dass die Stadt Bad Hersfeld die Vorzeichen entweder nicht erkannt hat oder dass sie am Ende vielleicht zu unbeweglich war. Schließlich waren die organisatorischen Probleme der Show-Veranstalter frühzeitig kommuniziert worden. Deswegen bleibt jetzt nur die Hoffnung, dass möglichst rasch Einvernehmen mit dem Trägerverein hergestellt wird, um die Show ab 2018 wieder zurückzuholen. Schließlich ist sie ein bedeutender Baustein im sportlich-kulturellen Jahresprogramm, mit dem sich Bad Hersfeld so gerne schmückt.

Vielleicht ist hier aber auch Lobby-Arbeit gefragt. Die betreibt zum Beispiel Festspielintendant Dieter Wedel mit der jetzt kurz bevorstehenden Gründung eines illustren Freundeskreises für unser Sommertheater. Diesem Club sollen dem Vernehmen nach einige ganz prominente Mitglieder angehören – deren Namen aber noch geheime Kommandosache sind. Auch wir wissen hier ausnahmsweise mal nix Genaues.

Spannend wird es in der kommenden Woche in der Bad Hersfelder Stadtpolitik, wenn der überarbeitete Entwurf für den Haushalt 2016 auf den Tisch kommt. Denn wie den ersten Wurfsendungen zur Kommunalwahl am 6. März zu entnehmen ist, scheint es mit der Kompromissbereitschaft nicht weit her zu sein. Die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag wird es zeigen: Da wird über alle Anträge entschieden.

Und nochmal ein Wort zum Müll: Die Stellungnahme des Abfallwirtschaftszweckverbandes zu den Abholterminen für die Biotonne macht sprachlos. Nicht nur, dass erst durch Hinweise von Kunden und unserer Zeitung erkannt wurde, dass auch im Winter Speisereste und Küchenabfälle nicht wochenlang vor sich hingammeln sollten und regelmäßig abgeholt werden müssen. Sondern auch die Auskunft, dass zusätzliche Abholtermine für den Dezember (!) dieses Jahres, also in elf Monaten, nicht mehr möglich seien und erst für 2017 eingeplant werden könnten, lassen mich an eine Bananenrepublik denken. Falsch gedacht: Dort gibt es bestimmt keinen Abfallwirtschaftszweckverband.

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